Tonaufnahme 1890

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Früheste Tonaufnahme Altenkirchener Bürger

Stephan Schmidt/AKdia, Februar 2012


Quelle und Copyright für alle Zitate und folgenden Informationen: The Cylinder Archive - http://www.cylinder.de/deeplink_resource_bismarck.html - Cylinder


Durch Zufall stießen wir im Internet auf einen vom Berliner „Tonarchäologen“ Stephan Puille verfassten Artikel auf einer Website, die historische Aufnahmen präsentiert, welche mittels des Phonographen von Thomas Alva Edison aufgenommen wurden. Darunter befindet sich ein für Altenkirchen bedeutsamer Schatz: Eine Aufnahme aus dem Jahre 1890 – das wohl älteste bekannte Tondokument Altenkirchener Bürger. Wir haben Kontakt aufgenommen mit „The Cylinder Archive“, und Stephan Puille, sowie der Betreiber der Seite, Norman Bruderhofer, überließen AKdia freundlicher Weise diese Tonaufnahme. In den Hintergrundinformationen zitieren wir nur die für das Tondokument wichtigen Passagen von „The Cylinder Archive“ – weitere interessante und wichtige Informationen auch zu den Phonographen an sich finden sich unter www.cylinder.de. Bitte beachten: Das Copyright für das Tondokument liegt bei Norman Bruderhofer von „The Cylinder Archiv“. Für eine Verwendung des Tondokuments sind die Rechte immer bei Norman Bruderhofer von „The Cylinder Archiv“ einzuholen.


Zur Tonaufnahme

Die Tonaufnahme wurde von Stephan Puille transkribiert unter Zuhilfenahme von genealogischen Forschungsergebnissen von Patrick Feaster, Bloomington, USA. Die Nachbearbeitung wurde von Norman Bruderhofer vorgenommen.

In der Nachricht hört man Adelbert T. Edward Wangemann, Ottilie Klaube (geb. Wangemann) und ihren Mann Julius Klaube, seinerzeit Oberförster - beide wohnhaft in der Frankfurter Straße 5 (Adressbuch Altenkirchen 1898 - identifiziert von unserem Autor Eberhard Blohm - weitere Informationen zur Familie Klaube finden sich unter Familie Klaube). Die Stimme am Ende der nur fragmentarisch erhaltenen Walze gehört vermutlich zu einem der Kinder. Die Nachricht wurde am 14. Januar 1890 vermutlich für Adalbert T. Emil Wangemann in Chicago aufgenommen. Das im Tondokument genannte Jahr 1889 muss ein Versprecher sein (Anfang Januar nachvollziehbar), da sich Wangemann im Januar 1889 noch nicht in Deutschland aufhielt. Der Nachweis darüber, dass es sich bei dem genannten Altenkirchen um unser Altenkirchen handelt, konnte Stephan Puille mittels einer Notiz in Karl Kolls "50 Jahre Sprechmaschine (Phonograph)" (Koll 1927) führen.


Tonaufnahme Altenkirchener Bürger von 1890‎ - Zum Öffnen der Aufnahme bitte auf den Titel klicken.

Quelle und Copyright: The Cylinder Archive - http://www.cylinder.de/deeplink_resource_bismarck.html

Transkription der Tonaufnahme

[A. Theodor E. Wangemann:] Altenkirchen, den vierzehnten, ah, Januar 1889 [sic. 1890]. Lieber Adalbert, ah, hier ist, ah ah, die Odo und, ah, Julius und die Kinder und wir wollen Dir alle etwas sagen. Theo.

[Odo:] Lieber Adalbert, wir freuen uns sehr dass wir durch den Phonograph selber etwas sagen können. Wir haben ein sehr gemütliches Weihnachtsfest zusammen gefeiert und haben uns sehr gefreut dass Theo und Anne bei uns waren und hoffen dass Ihr auch bald mal zu uns kommt. Wär ich sehr über […]. Lasst recht gut gehen und denkt zuweilen an Eure Odo.

[Julius:] Sehen wir Euch bald wieder bei uns. Julius.

(http://www.cylinder.de/deeplink_resource_bismarck.html)


Hintergrundinformationen

„Am 15. Juni 1889 brach Adelbert Theodor Edward („Theo“) Wangemann, im Auftrag von Thomas Alva Edison an Bord des Viermasters „La Bourgogne“ zu einer Reise nach Europa auf, die eigentlich nur wenige Wochen dauern sollte, von der er jedoch erst am 27. Februar 1890 zurückkehrte. Wangemanns Aufgabe in den ersten zwei Wochen nach Ankunft bestand darin, die auf der Pariser Weltausstellung vorgeführten Phonographen zu warten, neu zu justieren, mit verbesserten Bauteilen auszustatten und das Bedienpersonal zu schulen. […]

Nachdem Edison, der sich seit dem 11. August 1889 in Frankreich aufhielt, Wangemanns Aufenthaltsdauer verlängert hatte, nutzte dieser die Zeit um das Repertoire an guten Vorführwalzen zu erweitern. Für seine Aufnahmetätigkeit erhielt Wangemann in regelmäßigem Abstand Leerwalzen von den Edison Phonograph Works. Diese wurden zunächst nach Paris geschickt und von dort an seinen jeweiligen Aufenthaltsort weiter geleitet. Wangemann gab an dass er während seiner Europareise zwischen 2400 und 4000 Leerwalzen erhalten hatte. […]

Von einer Walzenaufnahme die sehr wahrscheinlich an seinen Bruder Adalbert in Chicago gerichtet war, wissen wir, dass sich Wangemann und seine Frau Anna am 14. Januar 1890 im Städtchen Altenkirchen im Westerwald aufgehalten haben. Sie verbrachten dort das Weihnachtsfest in der Familie einer Verwandten, Ottilie Klaube, genannt Odo, einer geborenen Wangemann.“

(http://www.cylinder.de/deeplink_resource_bismarck.html)

Weitere interessante Informationen über Theo Wangemann finden sich auf der Seite des amerikanischen Phonoarchäologen Patrick Feaster: http://www.nps.gov/edis/photosmultimedia/theo-wangemann-biography.htm





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