1946 - 1950

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1946

  • Pfarrer Ludwig Heckenroth tritt als Vorsteher der Raiffeisenkasse Altenkirchen e. G. m. b. H. zurück; er hat diese Funktion (bis 1943 in der Vorgängerorganisation Darlehenskassenverein Altenkirchen) 55 Jahre lang innegehabt (RZ Nr. 159, 22.11.1949). (ak)
Anfang - Schwestern des "Erziehungsvereins Neukirchen" (Kreis Moers) übernehmen Pflegedienste im Krankenhaus. (RZ, 5.1.1954) (eb)
  • Ein Jahr nach Kriegsende befinden sich im Wald des Forstamtes noch: "10 Panzer, 31 Geschütze, 10 Zugmaschinen, 16 Zehn-Zentner-Bomben, 70 Panzerfäuste und zahlreiche Fuhren von Minen, Gewehr- und Geschützmunition." (Habbel 1995, S. 244) (sts)
2. Januar - Das Oberpräsidium Rheinland-Hessen-Nassau wird mit Sitz Koblenz und unter Leitung von Dr. Wilhelm Boden gebildet. (Möhler 1992, S.185) (eb)
9. Januar - Die Proklamation Nr. 1 des Alliierten Kontrollrates vom 30. August 1945 wird im Journal Officiel veröffentlicht. (Journal Officiel, Nr. 11/1946) Mit der Veröffentlichung des Journal Officiel Nr. 12/1946 zwei Tage später erreicht der Veröffentlichungsstand der Kontrollratsgesetze in der Französischen Zone nahezu die zeitliche Parallelität zu den Beschlussfassungen in Berlin. (eb)
16. Januar - Die französische Militärregierung genehmigt mit der Verfügung Nr. 12 die Gründungen der KPD, SPD und der CDP in Rheinland-Hessen-Nassau, die so das Recht erhalten, unter Auflagen Ortsgruppen zu gründen. Sie müssen von den Franzosen personell bestätigt werden. (Bulletin Officiel, Nr. 5/1946) (eb)
22. Januar - Der Bonner Theologieprofessor Dr. Werner Schütz, der wegen seiner nationalsozialistischen Betätigung nach der Kontrollratsanweisung Nr. 24 entlassen wurde, erhält vom Evangelischen Konsistorium der Rheinprovinz Kirche die Pfarrstelle in Almersbach (bis 1950). Er tritt zum 1. März 1946 seinen Dienst an. (Norden/Faulenbach 1998 S. 188-89) Das Presbyterium der Kirchengemeinde Almersbach billigt diese Personalentscheidung am 24. Februar 1946. (Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Almersbach Ordner Nr. 57).(eb)
23. Januar - Auf einer außerordentlichen Kreissynode wird der kommissarisch mit der Leitung der Synode Altenkirchen betraute Pfarrer Gross aus Freusburg zum Superintendenten gewählt. (Korrespondenz Generalsuperintendent 6HA001 Nr. 732, 10.1.1946 und 27.1.1946) Auch von dieser Synode wird keine Protokoll veröffentlicht. (Blohm 2015 b) (eb)
31. Januar - Das Amtsgericht Altenkirchen wird wiedereröffnet. Berufungsinstanz ist das Landgericht Koblenz und dritte Instanz das Oberlandesgericht Koblenz. Sein Notgebäude hat es im Felsenkeller. (Baldus 1986, S.191) (eb)
1. Februar - Der kommissarische Amtsbürgermeister (Paul Nolden) berichtet an den Landrat, dass nach dem früheren Amtsbürgermeister Blank nunmehr auch 19 der 24 Gemeindebürgermeister ersetzt worden sind. (LHA Koblenz, Bestand 655,152/21) (eb)
27. Februar - Es gibt eine Reform des bisher stockenden Entnazifizierungsverfahrens durch Einsetzung eines Dreierausschusses auf deutscher Seite. (Möhler 1992, S. 188) (eb)
28. Februar
  • Der Kommandant der Militärregierung in Kirchen hat am 3. Januar ein Gemeinderatskomitee bestimmt: als Amtsbürgermeister im Auftrag amtiert in der 1. Sitzung Paul Nolden; Mitglieder des Komitees sind Walter Nickisch, Karl Farrenberg jun., Robert Schneider, August Strüder, Karl Schäfer, Walter Stock. (Protokollbuch 1936-1950, S.119) (eb)
  • Die französische Militärverwaltung verfügt eine Meldepflicht für Schreibmaschinen. (Mittelrhein-Kurier 28.2.1946) (eb)
Gründonnerstag - Das erhalten gebliebene Geläut der evangelischen Kirche erklingt wieder (bis 1950) von einem Notgestühl. (Hackler 1964, S.101) (eb)
März - Es kommt zur Gründung der Ortsgruppe der Einheitsgewerkschaft. (Landkreis Altenkirchen 1992, S.179)(eb)
8. März - Das Kontrollratsgesetz Nr. 18 sieht die Erfassung allen Wohnraums und die Zuweisung freien Wohnraums durch die Behörden vor. (Amtsblatt Kontrollrat, 1946, Nr.5) und (Journal Officiel, Nr. 18/1946) (eb)
1. April - Die Landwirtschaftliche Berufsschule wird wiedereröffnet. (RZ, 18.6.1960) (eb)
4. April - Die 2. Sitzung des Gemeinderatskomitees leitet Amtsbürgermeister Friedrich Schneider; statt Walter Stock wurde Fritz Hüsch als sechstes Mitglied bestimmt. (Protokollbuch 1936-1950, S.121) (eb)
10. April - Nach der Reparatur der Eisenbahnbrücke in Obernau ist die Strecke Altenkirchen-Flammersfeld wieder befahrbar. (Mittelrhein-Kurier 10.4.1946) (eb)
15. April - Das Amtsblatt für das Oberpräsidium von Rheinland-Hessen-Nassau und für die Regierungen in Koblenz und Montabaur erscheint mit der Nr. 1/1946 bis zur Nr. 27/1946 am 30.12.1946. (Amtsblatt Oberpräsidium, Nr. 1) (eb)
16. April - In einem Aufruf des Oberpräsidenten von Rheinland-Hessen-Nassau wird bekannt gegeben, dass die französische Regierung die Durchführung von Gemeindewahlen im Rheinland bestimmt hat. (Hanke 1996, S. 159). (sts) Vgl. dazu 5. August 1946 und 15. September 1946.
17. April - In Rastatt wird das Tribunal General de Gouvernement Militaire eröffnet. (Journal Officiel, Nr. 22/1946) Es bildet zuküntig die oberste Instanz der vor den Militärgerichten verhandelten Strafsachen. (eb)
25. April - Die Bahnstrecke Limburg - Altenkirchen ist wieder auf ganzer Länge befahrbar. (Merzhäuser/Wenzel 1996, S.114) (eb)
29. April - Das mittlere Militärgericht in Bad Ems wird eröffnet. (RZ, Ausgabe F, 4.5.1946) (eb)
1. Mai - Mit einer Bezirksausgabe für den Kreis Altenkirchen erscheint die "Rhein-Zeitung" (Wollenweber 1985, S.101)(Zeitungsgeschichte) als Fortführung des "Mittelrhein-Kurier". (eb)
8. Mai - Amerikanische Passierscheine müssen von den französischen Stellen bestätigt werden. (RZ, Ausgabe F, 8.5.1946) (eb)
13. Mai
  • Es ergeht der Befehl Nr. 4 des Alliierten Kontrollrats zur Einziehung nationalsozialistischer und militaristischer Literatur. (Amtsblatt Kontrollrat, 1946, Nr.7) (eb)
  • Es wird das Gesetz Nr. 30 des Alliierten Kontrollrats erlassen, das die Beseitigung nationalsozialistischer und militaristischer Museen und Gedenksteine vorsieht. (Amtsblatt Kontrollrat, 1946, Nr.7) (eb)
18. Mai - Es gibt ein Verbot von ungenehmigten Autofahrten an Sonn- und Feiertagen. (RZ,Ausgabe F, 18.5.1946) (eb)
20. Mai - Vereinstätigkeit wird nur mit Zulassung erlaubt. (RZ, 20.5.1946) (eb)
21. Juni - Die Bahnstrecke der Unterwesterwaldbahn ist wieder durchgehend benutzbar. (Merzhäuser/Wenzel 1996, S.141) (eb)
22. Juni - Die Christlich-demokratische Partei CDP wird auf Kreisebene gegründet. Zu den Mitbegründern gehört Felix Düber aus Altenkirchen. (Gerhardus 2007, S. 77) (eb)
14. Juli - In Kirchen wird ein unteres französisches Militärgericht für den Kreis Altenkirchen eingerichtet. (RZ, Ausgabe F, 4.5.1946) (eb)
15. Juli - Erste Entnazifizierungsbescheide werden veröffentlicht. (Möhler 1992, S. 190) (eb)
20. Juli
  • Es gibt eine Haussammlung für die politisch und rassisch Verfolgten. (RZ, 20.7.1946) (eb)
21. Juli - Die Christlich-demokratische Partei CDP gründet einen Ortsverband. (Gerhardus 2007, S. 79) (eb)
23. Juli - Die Kreissynode der Evangelischen Kirche Altenkirchen tagt in "Hohegrete". Aus Altenkirchen ist kein Pfarrer anwesend, weil Pfarrer Hackler noch in Kriegsgefangenschaft ist. (Berichte über die Kreissynoden 1946-1952, S. 5) (eb)
31. Juli - Es findet eine Elternabstimmung über das Bekenntnis an den Volksschulen statt. (Schultagebuch Michelbach, S.72) (eb)
August - Wilhelm Arthur Konstantin Wagner (* 26.12.1909 + 30.07.1978 Bonn), als Sohn des vormaligen Rektors der Rektoratsschule in Altenkirchen geboren, Abitur in Betzdorf (Sieg), Religionsstudium in Bonn, wird wegen seiner Rolle bei der Deportation der Juden in der Besatzungsverwaltung in Norwegen (1941-1945) zum Tode verurteilt. Ein Berufungsgericht verurteilt ihn am 30.4.1947 zu 20 Jahren Zwangsarbeit. Er wird 1951 aus Norwegen abgeschoben. (no.wikipedia.org) (eb)
5. August - Mit Verordnung Nr. 52 werden die Grundlagen der Gemeindewahlen in Rheinland-Hessen-Nassau bekannt gegeben. (Journal Officiel, Nr. 32/1946) (eb)
11. August - Ein Konzert findet im Saal der Kreisverwaltung mit Werken von Beethoven, Mendelssohn, Debussy und Chopin von Prof. Hans Haaß statt. (RZ, 17.8.1946) (eb)
30. August - Der französische Zonenbefehlshaber Pierre König verfügt die Schaffung eines Landes Rheinland-Pfalz mit der Verordnung 57.(Landesherrschaft) (Journal Officiel, Nr. 35/1946) (eb)
September - Die Landwirtschaftskammer Koblenz wird gebildet. (Bauernverband 1973, S.15) (eb)
2. September - - Mit der Verordnung 62 wird die Abhaltung von Kreisversammlungswahlen in Rheinland-Hessen-Nassau angeordnet. (Journal Officiel, Nr. 37/1946) Vgl. auch den Eintrag zum 13. Oktober. (eb)
15. September - Die am 16. April angekündigte Stadtratswahl findet statt. Ergebnisse auf der Ebene der Gemeinden liegen nicht vor. (Mitteilung Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz August 2016) Der Stadtrat wird von den zwei Parteien CDP mit 7 Sitzen, und SPD mit 5 Sitzen gebildet. Bürgermeister wird Karl Schäfer (CDP), Beigeordneter wird Wilhelm Oehmen (SPD). (Hanke 1996, S. 163) (sts)
8. Oktober - Durch die Verordnung 67 wird die Wahl einer Beratenden Landesversammlung für eine Verfassung eines zukünftigen Landes Rheinland-Pfalz bestimmt. (Journal Officiel, Nr. 41/1946) (eb)
12. Oktober - Es wird die Direktive Nr. 38 zur Vereinheitlichung der Entnazifizierung vom Alliierten Kontrollrat erlassen. (Amtsblatt Kontrollrat, 1946, Nr.11) (eb)
13. Oktober - Nach den ersten Kreisversammlungswahlen wird die Stadt durch Lehrer Walter Nickisch (CDP) und Amtsbürgermeister Christian Rörig (SPD) in diesem Vorläufer des Kreistags vertreten. (Bartolosch 1986, S.49) (eb)
29. Oktober - Die Stadt hat mit Dieperzen nach den Ergebnissen der Volkszählung 3562 Einwohner, von denen 2630 evangelische und 1017 katholische Bürger sind.(Hermanns 1969, S.238-239)
17. November - Es kommt zur Wahl der Mitglieder der beratenden Landesversammlung zur Ausarbeitung einer Verfassung. Die Stadt Altenkirchen ist durch ihren Amtsbürgermeister Christian Rörig (SPD) vertreten, zu dem Zeitpunkt noch kommissarischer Amtsbürgermeister von Hamm (Sieg). Vgl. den Eintrag zum 2.12.1946. (Bartolosch 1986, S.20) (eb)
1. Dezember - Der vormalige Landrat und Oberregierungspräsident in Koblenz Dr. Wilhelm Boden wird von der Militärregierung zum Ministerpräsidenten ernannt. (Lilla 2005, S.16) (eb)
2. Dezember - Kommissarischer Amtsbürgermeister wird Christian Rörig (SPD), ab 1.3.1947 definitiv bis zum 31.5.1950. (Bartolosch 1986, S.47) (eb)

1947

  • In der Baracke Hindenburgstraße wird "seit einigen Tagen" an Schulkinder die "Schweizerspende" ausgegeben (RZ, Nr. 9, 25.1.1947). Die Lebensmittel werden alle 30 Tage für insgesamt 90 Speisetage geliefert; in der Stadt Altenkirchen werden so 165, kreisweit sogar 1900 Kinder versorgt. (RZ Nr. 32, 5.4.1947) (ak)
1. Januar - Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Rheinland-Pfalz wird veröffentlicht. (ab GVBl, Nr. 1, 1.1.1947) (eb)
  • - Im Kreisständehaus wird ein Eichendorff-Abend veranstaltet. (RZ, Nr. 9, 25.1.1947) (ak)
Februar - Der Aufbauplan für die Neugestaltung der Kreisstadt wurde genehmigt; gemäß Präsidialerlass sind die Bautrümmer beschlagnahmt; eine Arbeitskolonne von 15-20 Mann ist mit der Aufräumung beschäftigt. (RZ, Nr. 17, 15.2.1947) Weitere Ausführungen zur Planung vgl. RZ Nr. 72, 23.8.1947. (ak)
14. Februar - Die Christlich-demokratische Partei CDP gründet sich als rheinland-pfälzische Landespartei und gibt sich den Namen Christlich-Demokratische Union CDU. (Gerhardus 2007, S.80) (eb)
20. Februar - Das Reichserbhofgesetz wird durch das Kontrollratsgesetz Nr. 45 vom 20. Februar 1947 aufgehoben. (Amtsblatt Kontrollrat, 1947, Nr.14) und (Journal Officiel, Nr. 58/1947)(eb)
25. Februar - Das Land Preußen wird durch das Gesetz Nr. 46 des Aliierten Kontrollrats aufgelöst. (Amtsblatt Kontrollrat, 1947, Nr.14) und (Journal Officiel, Nr. 58/1947) (eb)
März
  • Auf einer Versammlung im Kreisständehaus gründen "80 sorgfältig geprüfte Mitglieder" einen "Bund für Nazi-Verfolgte", so die Zeitungsmeldung. Für den Landrat nehmen sie eine Vertrauenskundgebung an, zumal er 1933 aus seinem Amt entfernt wurde. (RZ, Nr. 24, 8.3.1947) Zu klären bleibt: Gründung eines Kreisvereins der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes? (ak)
  • - Das Altenkirchener Krankenhaus ist wieder in vollem Umfang in Betrieb; es stehen 62 Betten zur Verfügung. (RZ, Nr. 28, 22.3.1947) (ak)
13. April - In der Turnhalle an der Siegener Straße als ihrer Notkirche feiert die katholische Kirchengemeinde ihre Erstkommunion ("Weißer Sonntag"). (Neuhaus 2011, S.107) (eb)
17. April - Mit der Landesverordnung zur politischen Säuberung im Lande Rheinland-Pfalz wird das Entnazifizierungsverfahren auf eine gesetzliche deutsche Grundlage gestellt. GVBl, (Nr. 9, S. 121 - 129) und (Möhler 1992, S. 279-80) (eb)
Mai
  • Das Kreismuseum soll wieder neu eingerichtet werden, Dr. H. Holschbach soll das erhaltene Inventar sichten. (RZ, Nr. 41, 7.5.1947) (ak)
  • Bei der 'Judenaktion' im Jahre 1938 wurden auf dem jüdischen Friedhof Grabsteine umgeworfen und der Friedhof verwüstet. Diese Schäden sind jetzt beseitigt. In nächster Zeit wird die Ruhestätte mit einer Einfassung versehen und damit in einen würdigen Zustand gebracht. (RZ Nr. 41, 7.5.1947) (ak)
  • Mit Zustimmung des Gemeinderates wird zur einheitlichen Leitung des Wiederaufbaus in Altenkirchen ein Stadtbauamt gebildet. (RZ, Nr. 42, 10.5.1947) (ak)
  • Nachdem die katholische Kirchengemeinde Altenkirchen am Kriegsende alle Gebäude verloren hat, soll eine neue Pfarrkirche nach Plänen des Regierungs-Baumeisters Hartmann aus Köln errichtet werden; der Baubeginn ist für Juni 1947 geplant. (RZ, Nr. 44, 17.5.1947) (ak)
2. Mai - Es gibt eine Jugendamnestie für Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen, die nach dem 1. Januar 1919 geboren sind, soweit sie nicht schwer belastet sind. (GVBl Nr. 15, S. 230 - 231) und (Möhler 1992, S. 292) (eb)
ab 5. Mai - Auf dem Postamt in Altenkirchen werden nur noch Briefmarken für die Französische Zone Rheinland-Pfalz abgegeben (Michel-Katalog 2001, S.724) (eb)
18. Mai
  • Die Verfassung für Rheinland-Pfalz wird verkündet. (GVBl, Nr. 14, S. 209 - 224) Die Volksabstimmung über die Verfassung ergibt in der Stadt eine Ablehnung mit absoluter Mehrheit. Von 1556 gültigen Stimmen lauten 861 auf NEIN und 696 auf JA. (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 18.Mai 1947, Gemeinden des Kreises Altenkirchen) Das Amt Altenkirchen ist mit Weyerbusch, Hamm und Daaden Minderheitsposition im Kreis. (eb)
  • Nach der ersten Landtagswahl (Landeswahlleiter Bad Ems) ist die Stadt Altenkirchen mit ihrem Amtsbürgermeister Christian Röhrig im Landtag vertreten. (Bartolosch 1986, S.23) (eb)
  • Die Volksabstimmung über die Schulartikel der Verfassung d.h. über die erneute Einführung der Bekenntnisschulen (= JA) oder Beibehaltung der von den Nationalsozialisten durchgesetzten bekenntnisneutralen Schulen (= NEIN) ergibt 849 Stimmen für NEIN bei 613 Stimmen für JA. (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 18.Mai 1947, Gemeinden des Kreises Altenkirchen) Das Amt Altenkirchen ist neben Hamm und Weyerbusch gegenüber den 7 übrigen Ämtern des Kreises in dieser Frage in der Minderheit. (eb)
26. Mai - Ein erstes Fußballspiel nach der Beseitigung der Bombenschäden vom 25. März 1945 wird auf dem reparierten Sportplatz an der Karlstraße ausgetragen. (eb)
Juni - Die Baracken des früheren Arbeitsdienstlagers dienen als Wohnungen für ausgebombte Familien; die Grünanlagen sind an Haushaltungen verpachtet, um dort Gärten anzulegen. (RZ, Nr. 49, 4.6.1947) (ak)
3. Juni - Im Saal des Landratsamts findet eine Kunstausstellung statt. (Schultagebuch Michelbach, S.74) (eb) Unter dem Titel "Kunstschaffen der Heimat" erscheint ein Bericht zur Eröffnung am Pfingstsamstag. (RZ Nr. 48, 31.5.1947)(ak)
9. Juni - Durch die Verordnung Nr.95 regelt der französische Oberbefehlshaber in Deutschland die Zuständigkeiten der deutschen Regierung und Verwaltung und die Vorbehaltsrechte der Besatzungsmacht. (Journal Officiel, Nr. 78/1947) (eb)
25. Juni - Die französische Genehmigung zur Wiedergründung eines Sportvereins als Altenkirchener Sportgemeinschaft (ASG Altenkirchen) wird erteilt. Es kommt zur Gründung des "Reichsbahn- Turn-und Sportverein" (Hanke 1988, S.58) (eb)
29. Juni - Als Nachfolger auf der seit 1943 unbesetzten Pfarrstelle von Theodor Maas wird Pfarrer Wilhelm Rheingans eingeführt. (Berichte über die Kreissynoden 1946-1952, S.17) (eb)
Juli - Der Kauf einer Schulbaracke mit acht Klassenräumen für das Realprogymnasium ist erfolgt. Auf dem Gelände des früheren Arbeitsdienstlagers sind die Fundamente für die Baracke erstellt, deren Fertigstellung für den Herbst erwartet wird. (RZ, Nr. 60, 12.7.1947) (ak)
1. Juli - Die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit des MGV Altenkirchen wird erteilt. (RZ, Nr. 68, 9.8.1947)(ak) - Neben dem MGV besteht der 1946 gegründete Städtische Gemischte Chor. (RZ, Nr. 68, 9.8.1947) (ak)
9. Juli - In Betzdorf wird bei der Gründungsversammlung der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) der Angestellte Karl Schade, Altenkirchen, Heuweg zum Vorsitzenden gewählt. (Neuser / Schwarz 1985, S.189) (eb)
20. Juli - Eine Wildschweinplage macht die Durchführung von Treibjagden erforderlich. (Mittelrhein-Kurier Bad Ems 20.7.1947) (eb)
August - Die evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen plant, ein neues Gotteshaus mit 2 Pfarrhäusern zu errichten Ein Grundstücksaustausch auf dem Schlossplatz soll das erforderliche Bauareal verfügbar machen. (RZ, Nr. 71, 20.8.1947) (ak)
4. August - Die Bahnstrecke Altenkirchen - Au (Sieg) ist wieder durchgehend befahrbar. (Merzhäuser/Wenzel 1996, S.114) (eb)
6. August - In Rastatt ergeht gegen den Kreissekretär und Gestapo-Mitarbeiter Wilhelm Klar (*23.11.1911 Altenkirchen + 2.2.1963 Wissen) das Urteil Nr. 64 durch die zweite Kammer des Tribunal General de Gouvernement Militaire de la Zone Francaise d’Occupation en Allemagne. Er wird wegen zweifachen Mordes, begangen in Altenkirchen an zwei Kriegsgefangenen, zunächst zum Tode verurteilt. (Blohm 2016 c) Vgl. die Meldung vom 22.September. (eb)
13. August - Die Große Strafkammer verhandelt in Altenkirchen gegen drei Personen, die an den Ausschreitungen gegen eine jüdische Familie in Neitersen in der Nacht zum 11.11.1938 beteiligt waren. Die Anklage lautet auf Landfriedensbruch. Die Angeklagten werden darauf hingewiesen, dass gegen sie möglichweise auch das Kontrollratsgesetz Nr. 10 angewendet wird. (RZ, 13.8.1947) (eb) Obwohl eine Pressemeldung unter dem Titel "Judenverfolgung wurde gesühnt" erscheint, wird die Verhandlung Anfang August ausgesetzt, die Weiterverhandlung auf den 10.9.1947 angesetzt. (RZ, Nr. 67, 6.8.1947) (ak)
30. August - Der Bahnhof ist noch immer ohne Warteraum. (RZ, 30.8.1947) (eb)
September
  • Die Rheinische Philharmonie Koblenz gastierte in der Stadthalle vor vollbesetztem Haus. (RZ, Nr. 81, 24.9.1947). (ak)
  • Auf der Holzeinschlagstelle der Stadt Altenkirchen im Gemeindewald Höchstenbach schlagen bis zu 80 Haushaltungen täglich ihr Brennholz für den Winter ein, insgesamt 3300 Raummeter, womit pro Haushalt 3 Raummeter gesichert sind; weitere 700 Raummeter stehen zur Versorgung der Schulen, Behörden und Gewerbebetriebe zur Verfügung. (RZ, Nr. 78, 13.9.1947) (ak)
12. September - Die Wiedereröffnung der Stadthalle Altenkirchen wird durch einen von Peter Hartgenbusch verfassten "Prolog" in sieben Strophen eingeleitet; eine gedruckte Fassung des Textes findet sich auf einem Handzettel in dessen Nachlass (Stadtarchiv Bergisch Gladbach N6/14). (ak)
22. September - Das französische Militärgericht in Rastatt verurteilt in seiner Revisionsverhandlung den Mitarbeiter der Kreisverwaltung Altenkirchen und Gestapo-Beamten Wilhelm Klar wegen zweifachen Mordes an Häftlingen des Ausländergefängnisses in Altenkirchen zu Zwangsarbeit von unbestimmter Dauer, nachdem er in erster Instanz zum Tode verurteilt worden war. Er wird am 4.5.1955 vorzeitig entlassen. (Blohm 2016 c)
30.September - Es werden Kleingeldscheine zu 5, 10 und 50 Pfennig ausgegeben, um dem Mangel an Münzgeld zu begegnen. (GVBl, Nr. 27, S. 438) Sie werden in Rheinland-Pfalz von der Landesregierung ab 15.10.1947 in Umlauf gebracht. Sie bleiben nach der Währungsreform bis 31.8.1948 (5 Pfg.) bzw. bis zum 31.5.1949 (10 und 50 Pfg.) zu einem Zehntel des Nennwerts gültig. (Rosenberg/Grabowsky 2015, S. 171 bzw. 169) (eb)
2. November - Für diesen Sonntag hat der MGV Altenkirchen das erste Nachkriegskonzert in der Stadthalle angekündigt. (RZ, Nr. 91, 29.10.1947) (ak)
17. November - Es erfolgt eine Mitläuferamnestie für Mitglieder der NDSAP und ihrer Gliederungen, die nach dem 1. Mai 1937 beibetreten waren und für Jugendliche, die nach dem 1. Mai 1933 der HJ und dem BdM beigetreten waren, die in der Ausbildung Mitglied der SA waren, und zu mindestens 50 % Schwerbeschädigte sind. (Möhler 1992, S.292) (eb)
November
  • Die Kreisverwaltung kann nach Beseitigung der Kriegsschäden wieder in ihrem Gebäude in der Parkstraße arbeiten. (Landkreis Altenkirchen 1992, S.169) (eb
  • Es erfolgt der Umzug der französischen Kommandantur von Kirchen nach Altenkirchen. (Neu 1956, S.137) (eb)
Dezember - In der Kumpstraße kann die neue Brücke benutzt werden; ihr Bau wurde durch unentgeltliche Fuhrdienste aus Nachbargemeinden unterstützt. (RZ, Nr. 105, 17.12.1947) (ak)
19. Dezember - Mit dem Gesetz Nr. 60 setzt der Alliierte Kontrollrat die Bestimmungen des Lichtspielgesetzes vom 16. Februar 1934 außer Kraft. (Amtsblatt Kontrollrat, 1948, Nr.18) und (Journal Officiel, Nr. 126/1948) (eb)

1948

  • Otto Hermes jun. nimmt die Abfallentsorgung in Weiterführung der Arbeit seines Vaters wieder auf. (RZ, 18.11.1982) (eb)
18. Januar - Die Landesbühne Neuwied spielt "Othello" von William Shakespeare. (RZ, 17.1.1948) (eb)
23. März - Es ergeht das Landesgesetz zur Beseitigung nationalsozialistischen Unrechts in der Strafrechtspflege (GVBl, Nr. 18, S. 244 - 246) (eb)
April - Es kommt zur Gründung der Ortsgruppe des VdK = Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands. (RZ, 13.5.1958) (eb)
12. April - Häftlinge der deutschen Justiz aus dem Amtsgerichtsbezirk Altenkirchen werden dem Gerichtsgefängnis in Hachenburg zugewiesen. (Justiz-Blatt, Nr. 4, 30.4.1948, S. 17-19) (eb)
25. Mai - Es ergeht das 1. Landesgesetz zur Ergänzung der Säuberungsverordnung. (Möhler 1992, S. 337) (eb)
8. Juni - Landrat wird Dr. Hans Sinzig (bis 1966). (RZ, 16.6.1948) (eb)
17. Juni - Es ergeht das 2. Landesgesetz zur Ergänzung der Säuberungsverordnung (Möhler 1992, S. 339) (eb)
21. Juni - Mit der Währungsreform in den Westzonen wird die Reichsmark in Banknoten und Münzen als Zahlungsmittel bis auf 60 RM, die in zwei Teilen zu 40 RM und 20 RM in die neue Deutsche Mark (DM) 1:1 getauscht werden, schlagartig für wertlos erklärt. Vorhandenes Bargeld ist auf Bankkonten einzuzahlen. (Journal Officiel, Nr. 173/1948) (eb)
ab 21. Juni - Auf dem Postamt in Altenkirchen werden nur noch Briefmarken der Französischen Zone Rheinland-Pfalz in Währung Deutsche Mark verkauft. (Michel-Katalog 2001, S.724) Bisher gültige, auf Reichsmark lautende Marken können zu einem Zehntel des Nennwert verbraucht werden. (Journal Officiel, Nr. 174/1948) (eb)
26. Juni - Es erfolgt eine Lockerung der Bewirtschaftungsvorschriften. (RZ, 1948, 26.6.) (eb)
29. Juni - Es ergeht die Verordnung Nr. 164 über die Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus. (Journal Officiel, 182/1948, S.1583-1585) (eb)
13. Juli - Es wird eine erweiterte Amnestie zum Zwecke der Beendigung der Entnazifizierung erklärt, mit der alle einfachen Parteimitglieder ohne Ansehen des Beitrittsdatums amnestiert werden. (Journal Officiel, Nr. 183/1948) (eb)
31. Juli - Es erfolgt die Schließung des Wirtschaftsamtes in der Kreisverwaltung. (RZ, 14. /15.5.1955) (eb)
28. Juli - Die Eierbewirtschaftung und die Kartoffelbewirtschaftung werden gelockert. (RZ, 28.7.1948) (eb)
1. August - Das Selbstverwaltungsgesetz für Rheinland-Pfalz wird veröffentlicht. (GVBl Nr. 32, S. 335 - 348) (eb)
20. August - Von diesem Tag an ist die ehemalige Grenzpolizeiabteilung des Kreises Altenkirchen aufgelöst. Die neu gebildete Gendarmerie-Abteilung Altenkirchen umfasst die Amtsbezirke Altenkirchen, Weyerbusch und Flammersfeld; Hauptwachtmeister Kampa, Altenkirchen, ist deren Leiter. (RZ Nr. 73, 30.8.1948) (ak)
September - Es erfolgt die Gründung eines Westerwälder Kunstkreises, dem sich aus Altenkirchen der Städtische Gemischte Chor, die Volkshochschule des Kreises und die Arbeitsgemeinschaft für Kirchenmusik der Synode Altenkirchen anschließen. (Drux 1959, S.111) Der Autor dieser Nachricht berichtet nicht, dass ein Kunstkreis bereits seit 30. Januar 1942 aktiv war, dessen letzte Veranstaltung vor Kriegsende am 15.4.1944 war. (eb)
1. September - Es erfolgt die Schließung des Kreisstraßenverkehrsamtes in der Kreisverwaltung. (RZ, 14. / 15.7.1955) (eb)
4. September - Es findet die Gründungsversammlung des Kreisbauernverbandes Altenkirchen statt, auf dem als Vorsitzende Otto Schäfer, Haderschen, und August Höfer, Dorn, gewählt werden. (RZ, 6.9. und 8.9. 1948; RZ, 18.12.1958) (eb) (ak)
10. September - Der Rechtsanwalt und Notar Ernst Sayn wird wieder zugelassen. (Justiz-Blatt, Nr. 10, 15.9.1948, S. 50) (eb)
25. September - Im Landratsamt werden Ausweise für anerkannte Opfer des Faschismus ausgegeben. (Einladung Dr. Sinzig) (eb)
27. September - Es erfolgt der Erlass der rheinland-pfälzischen Kreisordnung. (Hoffmann 1965, S.23) (eb)
1. Oktober - Nach einer Anordnung des französischen Außenministers Schuman stellen die französischen Streitkräfte die Entnahme von Lebensmitteln, vor allem von Fleisch, Fett, Milch, Käse und Kartoffeln aus der laufenden Produktion für ihre Truppen und die Besatzungsangehörigen ein. (RZ, 11.9.1948) (eb)
3.Oktober - Der MGV Altenkirchen gibt ein Chorkonzert. (MGV 2005, S.37) (eb)
6. Oktober - Auf der letzten Sitzung des 1. Nachkriegskreistages erhält Landrat Dr. Sinzig Vollmachten zur Verbesserung des Fleischangebots. Die getroffenen Regelungen führen zu einem Konflikt mit dem Nachbarkreis Neuwied und dem Landwirtschaftsministerium. Dieser bringt eine regionale Medienbeachtung der Kreisverwaltung, die sich mit den Maßnahmen durchsetzt. (Blohm 2010 h) (eb)
29. Oktober - Erstmals nach dem Krieg wird der Simon-Juda-Markt wieder veranstaltet. (RZ, 29.10.1948) (eb) - Über den Stand des Gewerbelebens in der Stadt gibt ein umfangreiches Anzeigenaufkommen zum bevorstehenden Markttag in der Tagespresse Auskunft (RZ Nr. 98, 27.10.1948). In einem gesonderten Artikel "Simon-Juda-Markt wie in alter Zeit" heißt es in derselben Ausgabe nach Ausführungen über diesen Markt als eine "bodenständige Einrichtung": "Für die Bevölkerung des Kreises Altenkirchen war es ein schwerer Schlag, als die Regierung des tausendjährigen Reiches den Markt zuerst durch eine Umbenennung und schließlich ganz abwürgte." (ak)
30. Oktober - Mit der Verordnung 187 wird der Südwestfunk für das französische Besatzungsgebiet eingerichtet. (Journal Officiel, Nr. 215/1948) (eb)
14. November - Nach der Kreistagswahl ist die Stadt Altenkirchen mit Christian Rörig (SPD) und Fritz Hassel (DP) im Kreistag vertreten.(Bartolosch 1986, S.50) (eb)
19. November - Es erfolgt die Gründung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau. (Bauernverband 1973, S.19) (eb)
30. November - In der Stadtratswahl erreichen die Wählergruppe Hildebrand und die SPD je 7 Sitze, die CDU 5 Sitze im Stadtrat. Kreisoberinspektor Ern wird zum neuen Bürgermeister gewählt. Er tritt sein Amt jedoch nicht an, so dass am 10.12. eine neue Wahl nötig wird. (Hanke 1996, S. 164). (sts)
10. Dezember - Bei der erneuten Wahl zum Bürgermeister (siehe 30.11.48) wird der Eisenbahnoberinspektor Stöver zum Bürgermeister gewählt. Seine Einführung ist am 15.1.49. (Hanke 1996, S. 164). (sts)

1949

  • Pfarrer Hugo Hackler gibt eine Gedichtsammlung mit dem Titel Hinter Bretterzaun und Stacheldraht. Gedanken aus russischer Kriegsgefangenschaft 1944- 1948 in vervielfältigter Form heraus. Darin findet sich ein Gedicht über Altenkirchen. (eb)
18. Januar - Das Gesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges (Landesversorgungsgesetz) wird beschlossen. (GVBl, Nr. 3, S. 11 - 12) (eb)
ab 24. Januar - Es erfolgt die Ausgabe von Kursmünzen in Deutscher Mark mit der Inschrift "Bank deutscher Länder" bei den Sparkassen- und Bankfilialen. (Schön 2004, S.129-130) (eb)
März - Landrat Sinzig lockert die Bewirtschaftsvorschriften für den Verkauf von Fleisch, Fleischwaren und Fett. (RZ, 31.1.1966) (eb)
26. März - Mit der Verordnung 203 wird die Bank Deutscher Länder eingeführt. (Journal Officiel, Nr. 203/1949) (eb)
30.März - Die Stadt hatte vor der Zerstörung 628 bebaute Grundstücke, deren Gebäude durch die Luftangriffe in 112 Fällen vollständig,in 231 Fällen stark beschädigt wurden. Von 1014 Wohnungen wurden 251 total zerstört, 338 unbewohnbar. (RZ, 30.3.1949)(eb)
8. Mai - Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird vom Parlamentarischen Rat in Bonn am 8. Mai 1949 beschlossen. (GVBl, Nr. 26, Sondernummer, S. 8001 - 8023) (eb)
12. Mai - Die Militärgouverneure und Oberbefehlshaber der Westzonen verkünden das Besatzungsstatut. Es wird im amtlichen Wortlaut als Anlage zur Nr. 1 des Amtsblatts am 21.9.1949 veröffentlicht. (Amtsblatt Hohe Kommission, 1949, Nr.1) (eb)
22. Mai - Bei der Landwirtschaftszählung gibt es in Altenkirchen 75 Betriebe. (Hermanns 1969, S.302) (eb)
24. Mai
  • Das tags zuvor angenommene Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland tritt in Kraft. (bgbl, Nr.1 ,23.5.1949, S.1-19) Rheinland-Pfalz hat im Bundesrat der (seit 1952) neun, (seit 1957) 10 stimmberechtigten Bundesländer vier von 41 Stimmen. (eb) (Landesherrschaft)
  • Der Wirtschaftsrat verabschiedet das Soforthilfegesetz, das die kriegsbedingten sozialen Notstände auf dem Wege eines Lastenausgleichs mildern soll. Es wird am 5. August von den Militärgouverneuren gebillgt. (Heilemann 2003, S.9-10) (eb)
  • Häftlinge aus dem Amtsgerichtsbezirk Altenkirchen werden dem Gerichtsgefängnis in Wissen zugewiesen. (Justiz-Blatt, Nr. 13/14, 30.7.1949, S. 53-57) (eb)
28. Mai - Die Gärtnerei C. Schuster begeht ihr 60-jähriges Bestehen; zur Zeit ihrer Gründung war sie einer der ersten Gärtnereibetriebe im Westerwald (RZ Nr. 62, 25.5.1949). (ak)
30. Mai - Vor dem Kriege bestanden in Altenkirchen 23 Schank- und Gaststätten. Davon wurden zerstört: Hotel zur Post, Süße Ecke, Gasthaus Hirz, Café Weiler, Hotel Weißgerber, Bahnhofgaststätte, Café Schneider & Saynisch, Gasthaus und Café Petry, Gasthaus Langenberg, Deutsches Haus; beschädigt wurden: Brückenschenke, Café Erdnüs, Stadthalle, Café Spahr. Nach dem Kriege wurden zwei Betriebe neu konzessioniert: Speisewirtschaft Eichhorn und Café Kehl. (RZ Nr. 64, 30.5.1949) (ak)
1. Juni - Das Amtsgericht bezieht das ehemalige Verwaltungsgebäude des Arbeitsdienstes in der Siegener Straße, später Sitz des Katasteramts. (Baldus 1986, S.191) (eb)
4. Juli - Dem früheren Ortsgruppenleiter der NSDAP, Hermann Marenbach, wird von seiner früheren Beschäftigungsbehörde, der Kreisverwaltung Altenkirchen, vorgeworfen, sich nach der Kapitulation nicht wieder zum Dienstantritt in Altenkirchen gemeldet zu haben. Das folgende förmliche Verfahren endet mit der Entlassung aus dem Dienst. (Schreiben von Hermann Marenbach an den Landeskommissar für die politische Säuberung in Rheinland-Pfalz vom 15.2.1950) (eb)
5. Juli - Das Landesgesetz über die Auflösung des Reichsnährstandes zur Überleitung von Aufgaben und Befugnissen auf den Gebieten der Ernährungswirtschaft und der Landwirtschaft wird veröffentlicht. (GVBl, Nr. 36, S. 280 - 281) (eb)
1. August - Es ergeht ein Landesgesetz über den Aufbau in den Gemeinden (Aufbaugesetz). (GVBl, Nr. 43, S.317 - 325) (eb)
1. August - "Leuzbach will selbständig werden": Einem entsprechenden Antrag der Bewohner Leuzbachs, die vortragen, die Eingemeindung Leuzbachs sei unter Zwang erfolgt, stimmt der Gemeinderat unter Vorbehalt zu (RZ Nr. 91, 1.8.1949). (ak)
6. August - Das Hauptstellwerk in der Koblenzer Straße ist wieder in Betrieb genommen, der Neubau steht an der Stelle des im Krieg zerstörten Vorgängerbaues (RZ Nr. 93, 6./7.8.1949). (ak)
13. August - Das Stadtbauamt Altenkirchen hat einen neuen Fluchtlinien- und Bebauungsplan aufgestellt (dazu Angaben im Detail), der vor allem die Beseitigung von Verkehrshindernissen bewirken soll (RZ Nr. 96, 13:/14.8.1949). (ak)
14. August - Es findet die 1. Bundestagswahl statt. (bgbl, Nr. 2, 15.6.1949, S. 24) (eb)
17. August - Das Landesgesetz über die Betreuung der Flüchtlinge wird beschlossen. (GVBl Nr. 46, S. 341 - 344) (eb)
29. August - Der vor einigen Monaten in andere Hände übergegangene Betrieb der Altenkirchener Holzwarenfabrik ist nach Reuffelbach verlegt (Zollstock-Produktion) (RZ Nr. 103, 29.8.1949). (ak)
29. August - Am Bahnhof ist der Wartesaal 2. Klasse fertiggestellt (RZ Nr. 103, 29.8.1949). (ak)
31. August - Die neue Bahnhofsgaststätte wird eröffnet (RZ Nr. 105, 3./4.9.1949). (ak)
1. September - Das Journal Officiel schließt mit der Nr. 305/1949 und wird durch den Öffentlichen Anzeiger für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet ersetzt. (Journal Officiel, Nr. 305/1949) (eb)
9.bis 13.September - Es wird eine Kreisleistungsschau veranstaltet.(RZ, 10.9.1949) (eb) - Die Ankündigung dieser Veranstaltung enthält zahlreiche Inserate der ausstellenden Betriebe (RZ Nr. 107, 7.9.1949). (ak)
10. September - Es kommt zu einer Vorbesprechung zur Gründung eines Kreisheimatvereins im Kreisständehaus in Altenkirchen und zur Bildung eines provisorischen Vorstands, in dem Dr. Haas und Dr. Holzschneider mitwirken. (RZ Nr. 109, 12.9.1949; Schwan 2006.1, S.20) (eb)
21. September
  • Durch das Gesetz Nr. 1 erklärt die Hohe Kommission, dass ihre Veröffentlichungen im Amtsblatt erfolgen. (Amtsblatt Hohe Kommission, 1949, Nr.1) (eb)
  • Unter diesem Datum ist der Wiederaufbau am Bahnhof Altenkirchen Gegenstand der Berichterstattung. Jeden Tag verkehren 50 Personen- und 10 Güterzüge, es werden täglich ca. 5000 Fahrkarten verkauft. Die vier Dienststellen und die Zahl ihrer Beschäftigten (in Klammern): Bahnhof (107), Bahnmeisterei (78), Güterabfertigung (20) und Betriebswerk (250). Die Ruhestandsbeamten, Rentenempfänger und Verbliebenen eingerechnet, machen die "Eisenbahner" ca. 20% der Stadtbevölkerung Altenkirchens aus. (RZ Nr. 113, 21.9.1949) (ak)
Oktober - Das katholische Pfarrhaus ist fertiggestellt. (eb)
ab 3. Oktober - Auf dem Postamt werden die Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland neben denen der Französischen Zone Rheinland-Pfalz verkauft. Mischfrankaturen sind möglich. (Michel-Katalog 2001, S.744) (eb)
23. Oktober - Der MGV Altenkirchen gibt ein Konzert. (MGV 2005, S.37) (eb)
24. Oktober - Es erfolgt die Gründung der Fa. WERIT in Altenkirchen zur Herstellung von Pressteilen aus Duroplasten, später aus glasfaserverstärkten Kunststoffen, ab 1969 von Kunststoffheizöltanks, Industriepaletten u.a.m.. (RZ, 28.10.1969) (eb) Vgl. Schneider 1999, S.36. (eb)
26. Oktober - Es findet die Gründungsversammlung eines "Vereins für Heimatkunde und Heimatschutz" in Wissen statt, bei dessen Vorstandswahl als Schriftführer Dr. Haas mit Stellvertreter StD Dr. Holzschneider und als Schatzmeister Kreisoberinspektor Hans Adorf gewählt werden. Als Vertrauensmann für das Amt Altenkirchen wird Lehrer Altgeld gewählt.(Schwan 2006.1, S.20) (eb)
27. Oktober - Die "Altenkirchener Zeitung" erscheint, wenn auch nur für wenige Monate. (Wollenweber 1985, S.101) (Zeitungsgeschichte)(eb)
29.Oktober - Der Simon-Juda-Markt wird gehalten, von Tausenden besucht. Der Pressebericht vermerkt, dem riesigen Angebot habe die Nachfrage in keiner Weise entsprochen (RZ, Nr. 147, 31.10.1949; RZ, Nr. 143, 2.11.1949). Angaben zur Abschaffung oder Umbenennung des Marktes und zu seiner Wiederaufnahme sind 1948-1950 recht ungenau oder sogar widersprüchlich. Der Bericht vom 31.10.1949 gibt z. B. an, der Simon-Juda-Markt sei zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im altgewohnten Umfang gehalten worden.(ak)
3. November - Bonn wird zur vorläufigen Hauptstadt erklärt. (Heilemann 2003, S.13) (eb)
23. November - Die Raiffeisenkasse Altenkirchen e. G. m. b. H. begeht eine Feier zu ihrem 80-jährigen Bestehen (RZ Nr. 163, 26./27.11.1949). (ak)
27. November - In Leuzbach findet eine geheime Abstimmung zur gewünschten Gemeindebildung (und damit Ausgliederung aus der Stadt Altenkirchen) statt. Von 149 Stimmberechtigten stimmen 58 für, 52 gegen eine selbstständige Gemeinde, eine Stimme ist ungültig (RZ Nr. 167, 1.12.1949). (ak)
29. November - Ein Programm zur Umsiedlung von Vertriebenen in weniger belastete Bundesländer wird beschlossen. (bgbl, Nr. 2, 10.1.1950, S.4) (eb)
29. November - Unter dem Titel "Altenkirchen 1945 - und heute" bilanziert ein Zeitungsbericht detailliert die geleisteten und aktuell laufenden Wiederaufbau-Aktivitäten. Kritische Anmerkungen zum straßenbaulichen Zustand der Bahnhof- und Wilhelmstraße, der "in krassem Gegensatz" zu den privaten Bauaktivitäten der Anlieger stehe (RZ Nr. 165, 29.11.1949). (ak)
30. November - Der MGV Altenkirchen plant Feiern zu seinem 70-jährigen Bestehen im Jahre 1950 (RZ Nr. 166, 30.11.1949). (ak)
Dezember - Eine Buslinie von Altenkirchen nach Linz/Rhein wird eingerichtet. (Schönhofen, S.129) (eb)
1. Dezember - Die Stadt schließt einen auf mindestens drei Jahre angelegten Entsorgungsvertrag mit der Fa. Otto Hermes jun., nachdem ein Anschlusszwang für alle Haushaltungen beschlossen wurde. (Otto Hermes GmbH 1995, S.8) (eb)
31. Dezember - Eine Amnestie und die Verfolgungsverjährung für Straftaten, die mit weniger als 5 Jahren Freiheitsentzug zu bestrafen waren, setzt für viele NS-Verbrechen der Strafverfolgung ein Ende. (bgbl, Nr. 9, 31.12.1949, S. 37) (eb)

1950

1. Januar - Das Gesetz Nr. 13 der Alliierten Hohen Kommission hebt den alliierten Vorbehalt zur Aburteilung der NS-Verbrechen auf. (Amtsblatt Hohe Kommission, 1949, Nr.6) und (Rückerl 1979, S.41) (eb)
3. Januar - Der Kreis Altenkirchen erhält die Kenn-Nummer 70 für die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen zugeteilt. (Ministerialblatt, Nr.3, 18.1.1950, S.23) (eb)
5. Januar - Die Wünsche nach einer Ausgemeindung Leuzbachs sind Gegenstand der Stadtratssitzung. Der Stadtrat beschließt, eine abwartende Haltung einzunehmen, da die Entscheidung vom Regierungspräsidenten zu treffen sei (RZ Nr. 7, 7./8.1.1950). (ak)
12. Januar - Ein Zeitungsbericht "Das Geschäftsleben in der Stadt Altenkirchen" bietet eine sehr detaillierte, nach Branchen gegliederte Aufstellung (RZ Nr. 11, 12.1.1950). (ak)
19. Januar - Die Jüdische Kultusgemeinde Neuwied wird Rechtsnachfolger der früheren Synagogengemeinde Altenkirchen und Eigentümerin der Grundstücke. (Blohm 2008, S.151) (eb)
15. Februar - In einer kurzen Meldung in zwei Sätzen wird Pfarrer i. R. Ludwig Heckenroth anlässlich seines 83. Geburtstages bescheinigt, er habe sich um das Genossenschaftswesen des Unterkreises große Verdienste erworben (RZ Nr. 40, 15.2.1950). (ak)
22. Februar - Nach einem Zeitungsbericht hat der neue Bezirksdelegierte der französischen Militärregierung für den Regierungsbezirk Koblenz, Robert, "in den letzten Tagen" dem Kreis einen Besuch abgestattet; er führte im Gebäude der Hohen interalliierten Kommission (Hotel Weißgerber) zahlreiche Gespräche mit Vertretern des öffentlichen Lebens (RZ Nr. 46, 22.2.1950). (ak)
  • Das Landesgesetz über den Abschluß der politischen Säuberung in Rheinland-Pfalz wird beschlossen (1.Abschlußgesetz). (GVBl, Nr. 2, S. 11 - 12) und (Möhler 1992, S.339) (eb)
1. März - Das Ernährungsamt in der Kreisverwaltung wird geschlossen. (RZ, 14. / 15.5.1955) (eb)
4. März - Nach einem Zeitungsbericht gibt es im Wiesental zwischen Koblenzer Straße und dem Fußweg zum Dorn auf ca. 10 ha Fläche noch immer etwa 170 Bombentrichter. Eine Wiesennutzung ist hier nicht möglich, die Fläche dient allein zur Schafweide (RZ Nr. 55, 4./5.3.1950; Luftaufnahme der Situation 1945 bei Herrmann 2014, S. 235). (ak)
8. März - Ein am Morgen registrierter heftiger Erdstoß verursacht leichte Sachschäden (RZ Nr. 59, 9.3.1950). (ak)
28. März - Die Rhein-Zeitung meldet im Regionalteil "Der Prozeß "Venter" hat begonnen"; über den Fortgang des Prozesses gegen den früheren Kreisleiter will die Zeitung weiter berichten (RZ Nr. 75, 28.3.1950). (ak)
29. März - Unter der Überschrift "Kreisstadt Altenkirchen fünf Jahre nach der Zerstörung" inserieren viele Altenkirchener Betriebe auf einer Sonderseite, der ein Text "Eine Stadt baut auf" beigegeben ist (RZ Nr. 76, 29.3.1950). (ak)
5.April - Die bisherige Betreuungsstelle für Opfer des Faschismus beim Landratsamt wird in das Amt für Wiedergutmachung und kontrollierte Vermögen beim Landratsamt umgegliedert. (Ministerialblatt, Nr.18, 6.4.1950, S.227) (eb)
21. April - Es beginnt die Aufnahme von Kontingentflüchtlingen aus den mit Flüchtlingen überfüllten Bundesländern. (Blohm 2004, S.125) (eb)
25. April - Mit dem Ersten Bundeswohnungsbaugesetz entsteht die Verpflichtung für Bund und Länder, mit öffentlichen Mitteln den Wohnungsbau zu fördern. (bgbl, Nr.16, 26.4.1950, S.83-88) (eb)
30. April - Die Dienststelle "Opfer des Faschismus" in der Kreisverwaltung wird geschlossen. (RZ, 14./15.5.1955) (eb)
ab 6. Mai - Es erfolgt die Ausgabe der Kursmünzen in Deutscher Mark mit Inschrift "Bundesrepublik Deutschland" bei den Sparkassen- und Bankfilialen. (Schön 2004, S.133 ff)(eb)
22. Mai - Ein Landesgesetz über die Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus wird beschlossen. (GVBl, Nr. 28, S. 175 - 189) (eb)
26. Mai - Der Gründer und erste Ortsgruppenleiter der NSDAP Altenkirchen, Hermann Marenbach, wird vom Landeskommissar für die politische Säuberung in Rheinland-Pfalz als Mitläufer eingestuft. (Schreiben des Landeskommissars für die politische Säuberung in Rheinland-Pfalz 26.5.1950) (eb)
31. Mai - Die Amtsvertretung des Amts Altenkirchen genehmigt die beantragte Beurlaubung von Amtsbürgermeister Christian Rörig, damit dieser die Aufgabe des kommissarischen Landrats in Diez übernehmen kann. Der Beigeordnete Wilhelm Franken (Helmenzen) wird mit der Führung der Amtsgeschäfte für bis zu 6 Monate betraut. (RZ, 2.6.1950) (eb)
1. Juni - Amtsbürgermeister Christian Rörig wird Landrat in Diez. Ein Nachfolger wird erst am 24. November bestellt. (60 Jahre SPD Kreisverband Altenkirchen, Roth 1981, S.49) (eb)
19. Juni - Das Bundesgesetz über Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer soll diesen Hilfen bei der Wohnungszuteilung und Arbeitsplatzsicherung bringen. (bgbl, Nr.27, 26.6.1950, S.21-224) (eb)
21. Juni - Mit dem ersten Abitur wird der Status der "Vollanstalt" für das bisherige "Realprogymnasium" erreicht, das nunmehr "Städtisches Neuspachliches Gymnasium" heißt. (Blohm 1986, S.19) 16 Schülerinnen und Schüler bestehen die Prüfung. (Archiv des WW-Gymnasiums) (eb)
22. Juni - Im Kreisleiterprozess vor dem Hohen Militärgericht in Luxemburg wird der frühere NSDAP-Kreisleiter von Altenkirchen August Karl Venter wegen Straftaten als Kreisleiter von Diekirch in Luxemburg zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. (RZ, 23.6.1950) (eb)
14. Juli - In einer Rundverfügung werden die Gemeinden aufgefordert, Wirtschaftspläne auf Karten im Maßstab 1.10000 vorzulegen. Als Muster ist ein Plan von Altenkirchen (S.590) beigegeben. (Ministerialblatt, Nr. 41, 6.9.1950, S.589-599) (eb)
31. August - Auch die französische Militärregierung in Deutschland verzichtet auf ihre bisherigen Befugnisse zur Aburteilung von NS-Verbrechen. (Rückerl 1979, S.41) (eb)
13. September
  • Die Stadt hat 547 Wohngebäude mit 1037 Wohnungen (Hermanns 1969, S.286) (eb)
  • In der Stadt sind 3083 evangelische und 1041 katholische Bürger (Hermanns 1969, S.238-239) (eb)
  • In der Stadt leben 257 Heimatvertriebene. (Hermanns 1969, S.244) (eb)
15. Oktober - Der Westerwälder Kunstkreis veranstaltet die Aufführung des Oratoriums "Das Lebensbuch Gottes" von Joseph Haas mit dem MGV Altenkirchen. (RZ, 16.10.1950) (eb)
27. Oktober - Der Simon-Juda-Markt findet (nach 1935 erstmals wieder - Korrektur: schon 29.10.1948 und 29.10.1949 wieder gehalten (ak)) statt. (Schultagebuch Michelbach, S.80) (eb)
5. November - Ein Bundesgetreidegesetz soll die Versorgung der Bevölkerung und die Existenz der Landwirtschaft sichern. (bgbl, Nr.46, 8.11.1950, S. 721-725) (eb)
9. November - Es erfolgt die Gründung der Kreisbullenstation in Altenkirchen (Heimatkalender 1971, S.3) durch den rheinischen Verband für Tieflandrinderzucht, die am 1.10.1956, bundesweit einmalig, in die Trägerschaft des Kreises übergeht. (Goebels 1987, S.45) (eb)
24. November - Zum Amtsbürgermeister wird Dr. Emil Haas gewählt, der am 23.12. seine Arbeit aufnimmt. (RZ, 27.11.1950) Seine Mehrheit findet er in der Amtsvertretung bei der SPD, trotz seiner Mitgliedschaft in der NSDAP seit 1932 und seiner Entnazifizierung als Mitläufer erst 1948. Zu dieser üblichen Praxis siehe Meyer 2015, (S.49). (eb)
1. Dezember - Der frühere Ortsgruppenleiter der NSDAP, Hermann Marenbach, wird Mitarbeiter der Provinzial-Versicherung. (Lebenslauf Hermann Marenbach undatiert) (eb)
3. Dezember - Es findet ein Konzert des Westerwälder Instrumentalkreises mit Werken von Bach, Händel, Stamitz, Beethoven und Wagner statt. (RZ, 5.12.1950) (eb)
4. Dezember - Ein erster Bauabschnitt einer neuen, alle Strassen umfassenden Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren anstelle der früheren Gasbeleuchtung wird fertiggestellt. (RZ, 4.12.1950) (eb)
9. Dezember - Es erfolgt die Grundsteinlegung für den Neubau der katholischen Kirche. (eb)
20. Dezember - Das Bundesgesetz über die Versorgung der Opfer des Krieges soll die Forderungen der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen regeln. (bgbl, Nr.53, 21.12.1950, S. 791) (eb)





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