1761 - 1780

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Inhaltsverzeichnis


1761

  • Die französischen Truppen bleiben im Westerwald (Rausch 1921, S. 134); im Frühjahr Durchmärsche französischer Truppen (Ramseger 1936). (eb) (ak)
14. Mai - Verordnung der Brandenburg-Onolbach-Saynischen Regierung Altenkirchen über die Bewertung der umlaufenden Münzen. Es sind 16 Goldmünzen, 69 Silbermünzen und 5 im Wert tiefer gesetzte Münzen enthalten. (Rausch 1921, S. 193) (eb)

1762

  • Rektor der Lateinschule ist (bis 1764) Johannes Georg Adam Friedrich Eugen Deutelmoser (* 1724 Wittenberg). Er stirbt am 18.8.1764. Pfarrer (Sinemus 1933, S.65-66) (eb)
  • Die französischen Truppen bleiben bis Herbst im Westerwald. (Rausch 1921, S. 135) (eb)
  • Jahresende - Preußische Kommandos durchstreifen die Gegend. (Rausch 1921, S. 135) (eb)

1763

15. Februar - Der Friede von Hubertusburg bringt ein Ende des Kriegs. Der Westerwald ist so verarmt, dass aus Ansbach und Bayreuth Saatgetreide eingeführt werden muss und die Abgaben den Untertanen erlassen werden. (Rausch 1921, S. 135) (eb)
29. Dezember - Der Amtsverwalter Johann Ernst Cramer beklagt, dass eine gewesene Baumwollen Spinnerey abgewandert sei, die ein Mittel sei, um Leute in Arbeit zu bringen, die sonst betteln. (Bartolosch 1993, S.170) (eb)

1764

  • Letzte Prägungen von der Münzstätte A=Altenkirchen in 5-, 10- und 20-Kreuzer-Münzen (Rausch 1921, S.194). (eb) - Die als schlecht legiert und geringhaltig befundenen Münzen wurden nicht ausgegeben. Im Herbst 1764 endete die Tätigkeit der Münzstätte Altenkirchen endgültig. (Müller-Jahncke & Volz 1975, S. 220). (ak)

1765

  • Johann Christoph Cramer ist Kammerkommissar in Altenkirchen bis 1782. (Haas 1975, S.36) (eb)
  • Preußische Werbung für Soldaten wird zugelassen. (Rausch 1921, S. 144) (eb)
28. Januar - Rektor der Lateinschule wird (bis 1766) Henrich Ernst Friedrich Hertel (* 10.8.1740 Creglingen/Tauber)Pfarrer (Sinemus 1933, S.66) (eb)

1766

  • Johann Ferdinand Cramer ist Kanzleirat in Altenkirchen (Haas 1975, S.36) (eb)
  • Kanzleidirektor Salzmann wird angewiesen, diensttaugliche Männer auszuheben, die vier Jahre in Ansbach dienen sollen. (Vierbuchen 1977, S.171) (eb)
15. März - Johann Ludwig Arnold Pfeiffer ( 8.4.1739 Mehren) wird zum zweiten reformierten Pfarrer ernannt. Er stirbt am 20.3.1808. (Sinemus 1933, S.83-85) (eb)
30. Mai - Als Rektor der Lateinschule wird (bis 1770) Johann Martin Köhler (* 29.10.1741 Brandoberndorf/Nassau). Pfarrer (Sinemus 1933, S.66-67) (eb)
9. Juni - Gebot für Männer, zwischen Ostern und Michaelis (29.9.) in der Kirche den Hut abzunehmen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.828) (Vierbuchen 1978, S.183) (eb)
9. September - Ansbachsche Verordnung zur Anzeigepflicht von strafbaren Handlungen, Unglücken und Schadensereinissen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.828) (Hertel 1829, S.179) (eb)
7. Oktober - Verbot der Anwerbung von Soldaten außer für kaiserliche oder königlich-preußische Truppen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.719-20) (vgl. Neu 1956. S.91) (eb)

1767

  • Ansbachsche Zollordnung, die auch die Sicherheit der Reisenden zu heben trachtet und ein Mittel der Wirtschaftslenkung ist. (LHA Koblenz Abt. 30 Nr. 4746) (Vierbuchen 1982, S.133) (eb)
  • Es wird gefordert, dass Tote erst nach 2 mal 24 Stunden, später nach 3 mal 24 Stunden begraben werden sollten ("normalerweise" wurden Tote nach 24 Stunden begraben). (Krämer 1994, S. 59) (sts)
20. März - Der Altenkirchener Bürgermeister und Händler Johann Wilhelm Büsgen bietet sich der Kanzlei als Textilverleger an. (Bartolosch 1993, S.171) (LHA Koblenz Bestand 30, Nummer 3364)(eb)
17. Mai - Als lutherischer Inspektor wird Johann Henrich Krausoldt (* 20.10.1705 Eisenach) (bis 1770) eingeführt, der bereits seit 1731 zweiter Pfarrer in Altenkirchen und Pfarrer zu Almersbach ist. Er stirbt am 30.7.1770. Ab 1767 sind die luherischen zweiten Pfarrer stets auch Rektoren der Lateinschule. (Sinemus 1933, S.36-37) (eb
16. August - Der jüdischen Gemeinde wird ein Rabbiner bewilligt (Synagogen Rheinland-Pfalz/Saarland 2005, S. 73) (ak) (Datum bei [[Jungbluth 1999, S.216) (eb)

1768

  • Eine Kommission aus Ansbach, der Geheime Rat von Benkendorf, die Administrationsräte Hirsch und Greiner besuchen die Grafschaft und erstatten Bericht. (Trippler 2007, S.243) (eb)
  • Bau des Gouvernementsgebäudes am Schlossplatz (Hanke 1988, S.40) (eb)
  • Johann Gerhard Cramer ist Kanzleirat in Altenkirchen (Haas 1975, S.36) (eb)

1769

  • Die Rügengerichte, die von einem Beauftragten des Landesherren, dem Kirchspielsgeistlichen und einem Laienrichter gebildet werden, und kleinere Vergehen aburteilen, werden aufgehoben. (RZ 21.1.1970) (eb)
9. November - Erlaubnis zur Heirat erhalten nur junge Männer, die drei bis vier Jahre Dienst "unter der Fahne" geleistet haben. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.837) (eb) (vgl. Rausch 1921. S.145) (eb)

1770

25. August - Als Rektor der Lateinschule wird (bis 1773) Johann Bernhard Trabert (* 13.4.1742 Mihla/Werra) eingeführt. Pfarrer Er heiratet die Tochter des Amtsverwalters Johann Ernst Cramer. (Sinemus 1933, S.67-68) (eb)
2. Oktober - Verbot des Eintritts von Untertanen in fremde Truppen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.836-37) (eb)
10. Dezember - Als lutherischer Inspektor wird Johann Peter Christian Sturm (* 10.1.1705 Eisenach) eingeführt, gleichzeitig Pfarrer in Altenkirchen. Er stirbt am 20.8.1781. (Sinemus 1933, S.38-39) (eb)

1771

  • Die Grafschaft erhält einen Gouverneur. Herr von Pöllnitz nimmt Wohnung im Gouvernementsgebäude des Schlosses. (Sommerfeld o. D., S.67) (eb)

1772

18. Dezember - Einschränkung der Zahl der evangelischen Feiertage (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.838) (vgl. Neu 1956. S.96) (eb)

1773

28. Juli - Verbot landesfremder Lotterien (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.839) (eb)
14. November - Als Rektor der Lateinschule (bis 1782) wird Andreas Daniel Beer (* 1743 Weidenzell/Bayern) eingeführt. Pfarrer(Sinemus 1933, S.68) (eb)

1774

  • Eine neue Gebührenodnung für Gerichtssachen zählt die gebührenpflichtigen Handlungen des Scharfrichters auf: Ausstellung am Pranger, Brandmarkung, Verstümmelung, Folter (Daumenschrauben, spanische Stifel), Hinrichtung mit dem Schwert, Schleifung, Zwicken mit glühenden Zangen, Rad, Scheiterhaufen, Strang, Vierteilen, lebendig Begraben, Pfählen und Spießen, jeweils für 2 bis 6 Gulden. (Rausch 1921, S.72) (eb)
  • Johann Wilhelm Büsgen berichtet über die Ergebnisse der von ihm seit 1767 betriebenen Baumwollspinnerei im Verlagsgeschäft, das er 1774 aufgibt. (Bartolosch 1993, S.171) (LHA Koblenz Bestand 30 Nummer 3364) (eb)
Juni - Von Köln nach Bad Ems reisend, passiert Johann Friedrich Karl Grimm, Sächsisch-Gothaischer Leibarzt, Altenkirchen, ohne Aufenthalt zu nehmen. Sein Eindruck: "Es ist ein geringes Städtgen mit alten unscheinbaren lehmern Häusern, hat aber doch eine kleine Besatzung von Anspachischen Truppen." (Grimm 1775, S. 507). (ak)
27. Juli - Strafkatalog für Holz- und Waldfrevel (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.839-42) (eb)

1775

  • Verbot der Schenk- und Bettelhochzeiten. Nur ein Tag Tanz wird erlaubt. (Sinemus 1933, S.241) (eb)
  • Für den Hof in Ansbach wird ausweislich der Hofstaatsrechungen aus Altenkirchen Pumpernickel (Pompernicle) bestellt. (Staatsarchiv Nürnberg 271 III.13377) (Mitteilung von Arno Störkel, 18.1.2012) (eb)

1776

  • Volkszählung in der Grafschaft durch den Ingenieur-Leutnant Ronger; deren Ergebnisse werden 1788 als genau ermittelt beurteilt (vgl. Neu 1956. S.89; Statistische Beschreibung 1788, S. 724). (eb) (ak)
9. Mai - Johann Konrad Neuhoff (* 28.10.1721 Altenkirchen) wird reformierter Pfarrer in Altenkirchen. Er stirbt bereits am 1.2.1777. (Sinemus 1933, S.75-76) (eb)
12. August - Verbot, mehr als drei Paten bei der Taufe zu benennen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.843) (eb)

1777

  • Das Apothekenprivilegs für den Stadt- und Amtsarzt Dr. Karl Ludwig Neuhoff wird bestätigt. (Malmedie 2000, S.59)(eb)
31. Januar - Der Markgraf schließt mit König Georg III., gleichzeitig Kurfürst von Hannover, einen Subsidienvertrag, mit dem er zwei Regimenter seiner Soldaten gegen Zahlung von 108000 fl jährlich an Großbritannien zum Einsatz in den aufständischen amerikanischen Kolonien überlässt. Diese werden im März in Marsch gesetzt. (Störkel 1995, S.170-178) (eb)
8. April - Eine Ansbachsche Verordnung verbietet, dass im Amtsbezirk eines Richters der Sohn Anwalt ist. (Hertel 1829, S.180) (eb)
1. Juni - Ein erstes ansbachisches Regiment trifft in New York ein. Es wurde über vier Jahre gegen die um Unabhängigkeit kämpfenden Truppen der Kolonisten eingesetzt. (Schmitt 2001, S.258) Es ist noch zu klären, ob Soldaten aus Altenkirchen beteiligt waren. (eb)

1778

  • Johann Christoph Friedrich Röger legt die erste "General-Karte der Reichs Grafschafft Sayn-Altenkirchen" vor (Güthing 1969, S.34). (ak)
  • Johann Konrad Rhodius (* 3.9.1738 Almersbach) wird reformierter Oberpfarrer. Pfarrer (Sinemus 1933, S.47) (eb)
  • Verbot des Beerdigens in der Kirche. Verbot, andere als Fichtensärge zu verwenden. (Sinemus 1933, S.242) (eb)
31. Juli - Erhebung eines Zehnten bei Verkäufen von Holz und Kohlen außer Landes (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.845) (eb)

1779

  • Die Anordnung des Landesherrn zur Vorbereitung einer Rekrutenaushebung durch Feststellung der Diensttauglichkeit aller jungen Männer von 12 bis 30 Jahren führt zu Widersetzlichkeiten von Bürgern, die mit historischen Privilegien argumentierten. Hintergrund war ein Subsidienvertrag des Landesherrn von 1777 mit Großbritannien, für den er 1200 Sodaten für den Krieg gegen die amerikanischen Kolonien stellen musste. Für die Gefallenen und Invaliden war Ersatz zu stellen. (Vierbuchen 1977, S.170-171) vgl. auch Kapp 1864, S.107-124(eb)

1780

  • Ein älterer Teil des jüdischen Friedhofs ist belegt. "Solange die jüdischen Mitbürger keinen eigenen Friedhof hatten, war ihnen erlaubt, die Toten am Quengelsberg nahe der Stadtmauer ... zu begraben." (Krämer 1995b, S. 125) (sts)
  • Einrichtung eines Feuerversicherungsinstituts auf Gegenseitigkeit (vgl. Neu 1956. S.94) (eb)
15. Februar - Beschränkung der bisher monatlichen Buß- und Bettage auf vier im Jahr (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.846) (vgl. Neu 1956. S.96) (eb)


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