1701 - 1720

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Inhaltsverzeichnis


1701

  • Pestjahr (Orte werden nicht genannt.) (Sinemus 1933, S.242) (eb)
  • Um der Holzverschwendung entgegenzutreten, durfte Bauholz nur nach Anzeige beim landesherrlichen Oberförster geschnitten werden. (Vierbuchen 1978, S.182) (eb)
13. Januar - Herzog Johann Wilhelm verfügt, dass für Altenkirchen allein ein lutherischer Schulmeister zu bestellen sei, der sowohl lutherische als auch reformierte Kinder zu unterrichten habe. Als daraufhin die Reformierten ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, konfisziert die Regierung 18 Häuser und 12 Stück Vieh. Später gesteht man der reformierten Gemeinde aufgrund ihres beherrschenden Einflusses in der Stadt doch noch einen eigenen Schulmeister zu. (Menk 1983, S. 213f.) (ak)
22. Januar - Das Amt Altenkirchen muss 1600 Rheinische Taler als "Heurathsgeld" für die Begleichung der Kosten der Heirat der Tochter der Landesherrin, Friederica, mit dem Herzog von Sachsen-Weissenfels aufbringen (Groh 1965, S.103) (eb)
2. September - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verbot der Häuserverteilung. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.637-38) (vgl. Hertel 1829, S.170) (eb)

1702

  • Die Neugründung der Lateinschule unter lutherischer Leitung - die Einrichtung war 1605 als "Flaggschiff" der "Zweiten Reformation" geschaffen worden - markiert einen wichtigen Schritt in der Schmälerung des reformierten Einflusses in Altenkirchen (Menk 1983, S. 214). (ak) - Johann Henrich Reusch (* um 1675 Freusburg), Pfarrer in Hilgenroth, wird Präzeptor der lateinischen Schule (bis 1708). (Sinemus 1933, S.63) (eb)
  • Johannes Simon Purgold (2.7.1672 Waltershausen/Thüringen) wird lutherischer Pfarrer in Altenkirchen (bis 1705). (Sinemus 1933, S.60)vgl. auch Burbach 2000 (eb)
10. Februar - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verfahren in Strafsachen. Die Schöffen sollen alle Vergehen dem Landschultheiß anzeigen. (Hertel 1829, S.171) (eb)
30. März- Es wird eine Kanzlei-Ordnung für die Grafschaft erlassen. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.638-40) (eb)

1703

6. Dezember - Der Landesherr wehrt sich gegen Gerüchte, er wolle die Graftschaft aufgeben (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.641) (eb)

1705

21. Juli- Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verbot der Beherbergung von fremden Landstreichern, Bettlern, Kesselflickern mit Strafandrohung (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.642-43)(vgl. Vierbuchen 1978, S.180) (eb)

1706

  • Seit 1706 waren zwei Wächter in der Stadt beschäftigt, die im Winter um 9 Uhr und im Sommer um 10 Uhr vor den bestehenden Gaststätten die Stunde abrufen. (Rausch 1921, S. 55-56). (sts)
  • Bis 1722 wiederholte Besuche von Herzog Johann Wilhelm und seiner Familie im Schloss. (Sayn 1987, II, S.186)
27. Juni - Einführung des lutherischen Pfarrers Georg Ludwig Marschalk (* um 1668 Thüringen). Tod 1710. (Sinemus 1933, S.60) (eb)
23. September - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zu Missbräuchen bei Heiraten, Kindtaufen und Beerdigungen (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.643-45) (eb)

1707

  • Samstags soll keiner länger als bis 22 Uhr im Sommer und 21 Uhr im Winter arbeiten, damit er sonntags den Gottesdienst besuchen kann. (Sinemus 1933, S.254) (eb)
13. April Die "Sayn - Altenkirchener Regierung" fordert die Anlegung zweier weiterer Stadttore, nachdem sich bei einem Brand in diesem Jahr herausgestellt hat, dass die vorhandenen Stadttore nicht ausreichen, genügend Löschwasser herbeizuschaffen. Ein Tor soll hinter dem Gärtnerhaus (Petri), das andere bei der reformierten Kaplanei angelegt werden. (vgl. Rausch 1921, S. 55) (bw)
27. September - Zechen und Spielen an Sonn- und Feiertagen ist verboten. Krämer, Tabak- und Töpfehändler müssen die Läden geschlossen halten. Bäcker düfen nicht backen, aber vormittags verkaufen. Jahrmärkte sind verboten. Eier, Butter, Leder und Wolle dürfen nicht in die Stadt gebracht werden. Geldeinnehmen, Steuern zahlen, Wirtshausbesuche während des Gottesdienstes, Nachtschwärmereien in den Häusern und in den Gassen, Viehan- und verkauf, Kartenspielen, Kegeln, Sensenschärfen, Tanzen, Wettläufe an Pfingsten und Mehlmahlen sind verboten. Alle Gesunden müssen am Gottesdienst teilnehmen. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.645) vgl. Sinemus 1933, S.255) (eb)

1708

  • Johann Henrich Herzog (* 1687 Thüringen) wird Rektor der Lateinschule in Altenkirchen und Pfarrer in Hilgenroth (bis 1710) (Sinemus 1933, S.63) (eb)
19.September
  • Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Instanzenzug und Verfahren in Zivilsachen. (Hertel 1829, S.171) (eb)
  • Anordnung zur Anmeldung von baulichen Veränderungen an Kirchen, Pfarr- und Schulhäusern (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.645-46) (eb)
1. Oktober - Verbot der Ziegenhaltung, wenn mehr als eine Kuh gehalten wird (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.646-437) (eb)

1709

15. Mai - Wegen der Teuerung bei Brotgetreide wird die Herstellung von Branntwein verboten (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.647) (eb)
28. November - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zum Verbot der Güterverteilung (Hertel 1829, S.171) (eb)

1710

  • Der Landesherr hat einen Oberaufseher, der mit einem Kanzleidirektor und den Räten die Grafschaft regiert. (Gensicke 1961, S.372) (eb)
  • Es gibt nunmehr lutherische Superintendenten in Altenkirchen. Als erster wird Veit Henrich Biedermann (* 22.10.1671 Rudolstadt/Thüringen) berufen, gleichzeitig Pfarrer in Altenkirchen (bis 1721). (Sinemus 1933, S.33) (eb)
  • Die Lateinschule erhält die Bezeichnung Rektorat. (Viehmeyer 1959, S.50) Rektor wird ein lutherischer Pfarrgehilfe. (Neu 1956. S.94) (eb)
  • Der Landesherr genehmigt zusätzlich zu zwei Jahrmärkten einen Wochenmarkt, der jeweils montags gehalten wird (Rausch 1921, S.65) (eb) (ak)
23. Januar - Sachsen-Eisenachsche Verordnung, die die von 1705 auch gegen Zigeuner, Landstreicher und Vagabunden wie Bärenführer, Seiltänzer, Gaukler, Marionettenspieler verschärft. Sie sollen festgenommen werden. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.647-48) (vgl. Vierbuchen 1978, S.180) (eb)
3. Februar - Anordnung, im Fall der Tollwut alle überschüssigen, vor allem alte und streunende Hunde zu töten (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.648-49)
14. Februar - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zur Dauer einer Hochzeitsfeier nur bis 22 Uhr am Hochzeitstag. (Hertel 1829, S.171) (eb)

1711

  • Aus der Polizeiordnung: Also wollen wir auch nicht gestatten, die fließenden Wasser und Bäche mit Flachs oder Hanff zu belegen, sondern weil der Fisch hierdurch verderbt und in einem gantzen Jahr nicht überwunden werden kann. So soll bei 10 Gulden Straff und Verlust des Flachses, sich dessen enthalten und jede Gemeinde schuldig sein, außerhalb des fließenden Wassers ihre besonderen Flachsrösten einzurichten. (RZ 10.1.1987) (eb)
2. Januar - Johann Henrich Langen (*um 1687 Alsfeld/Hessen) tritt seine Stelle als Rektor der Lateinschule (bis 1712) an. Pfarrer(Sinemus 1933, S.63-64) (eb)
3. Februar - Es ergeht die Anordnung, im Fall der Tollwut alle überschüssigen, vor allem alte und streunende Hunde zu töten (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.648-49)

1713

  • Rektor der Lateinschule (bis 1720) ist Magister Schultheiß. Pfarrer (Sinemus 1933, S.64) (eb)
  • Der reformierte Pfarrer Ueberfeldt gibt sein Einkommen mit 50 Reichstalern Bargeld, zur Hälfte aus der Kaplanstelle in Altenkirchen und zur anderen Hälfte aus dem Pfarrland in Almersbach, 50 Gulden aus der Kirchenkasse in Almersbach und 32 Karren Holz von der Regierung an. (Sinemus 1933, S.247) (eb)
20. Januar - Es ergeht das Verbot des Auftretens von Musikanten auf Jahrmärkten und bei Familienfeiern. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.648-49) (vgl. Neu 1956. S.96) (eb)

1714

14. September - Verbot nächtlicher Zusammenkünfte zur Flachsbereitung oder zum Spinnen, um einen geordneten Lebenswandel der jüngeren Untertanen sichzustellen. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.650) (vgl. Vierbuchen 1978, S.181) (eb)

1715

  • Verbot "obrigkeitlicher Bekanntmachungen ... auf dem Friedhof" (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.650) (vgl. Krämer 1994, S. 58) (sts)

1716

25.September - Sachsen-Eisenachsche Verordnung zur Höchstzahl von 24 Hochzeitsgästen. (Hertel 1829, S.171)(eb)

1717

29. April - Erteilung eines Privilegs, einer Apothekenlizenz, für den Apotheker Christoph Friedrich Scharff in Altenkirchen durch Herzog Johann Wilhelm zu Sachsen-Eisenach, der aber am 22.Juni stirbt. (Bürger 1963, S.49) (eb)
30. August - Einführung eines konzessionierten Kaminfegers (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.650-651) (eb)
29. November - Der Apotheker Sigismund Stuppe wird vereidigt und verwaltet fortan die Altenkirchener Apothekenfiliale der Hachenburger Apotheke, aber wohl nur bis 1730 oder 1731. (Bürger 1963, S. 52) (eb)

1718

  • Johann Gerhard Cramer (1700-1766) ist lutherischer Elementarlehrer bis 1722 (Haas 1975, S.36) (eb)

1719

  • Graf Johann Wilhelm verfügt, dass alle Kinder von 7 bis 14 Jahren zur Schule zu schicken sind. (RZ 24.7.1972) (eb)
22. Juli - Inspektionsbericht des (Schul-)Inspektors Biedermann (Viehmeyer 1959.2, S.19-20) (eb)

1720

  • Pestjahr (Orte werden nicht genannt.) (Sinemus 1933, S.242) (eb)
10. Oktober - Nach einer Verordnung muss jeder Untertan 20 Spatzenköpfe jährlich abliefern. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.651) (vgl. Vierbuchen 1978, S.182) (eb)
7. Dezember - Ohne obrigkeitliche Genehmigung darf sich kein Landfremder niederlassen. (Text abgedruckt bei Scotti 1836, S.651) (vgl. Vierbuchen 1978, S.180) (eb)





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