1541 - 1560

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1541

  • Der Kanoniker Johann Goldershoben wird als de antiqua ecclesia genannt. (Höroldt Cassius, S.267) (bb)
7. März - Zum Tausch der Untertanen zwischen Berg und Sayn kommt es zu einem Vergleich. (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Best. 340, Nr. 12973) (Hardt 2012, Nr. 3010, S. 1803) (Vgl. den Eintrag zum 7.3.1537) (eb)
29. Juli - Im Regensburger Reichstagsabschied werden die Stände aufgefordert, bis zur Klärung der Religionsfrage selbst für eine (katholische) Reformation kirchlicher Missstände in ihrem Territorium zu sorgen. (Strohm/Jürgens 2002, S.125) (eb)

1542

  • Die Brüder Johann IX. und Sebastian II. regieren die Grafschaft (bis 1555) gemeinsam. (Gensicke 1958, S.339 Anmerkung 15) (Landesherrschaft)(eb)
  • Im Jahr tritt die Pest auf. (Orte werden nicht genannt.) (Sinemus 1933, S.242) (eb)
  • Erzbischof Hermann von Wied nimmt den noch minderjährigen Heinrich von Sayn (später Heinrich IV. *1539 +1606) in die Priesterschaft des Kölner Domkapitels auf.
10./11. März - Die Landstände des Erzbistums Köln, darunter die Grafen von Sayn, halten einen Landtag in Bonn. Sie verhandeln Vorstellungen des Erzbischofs Hermann V. von Wied zur Reformation der Kirche. (Schlüter 2005, S. 27) (eb)
1. September - Hermann von Wied legt einen Reformationsentwurf in lateinischer Sprache vor. (Schlüter 2005, S.28) (eb)

1543

12./15. März - Ein Landtag in Bonn berät die Vorstellungen des Erzbischofs zu einer Reformation im Erzbistum. (Deckers 1837, S. 14) (eb)
22./23. Juli - Ein neuer Landtag in Bonn berät die Vorstellungen des Erzbischofs zur Reformation im Erzbistum, die gedruckt noch 1543 erscheinen. Das Kölner Domkapitel stimmt gegen das Einfaltigs Bedencken. (Deckers 1837, S. 27) (eb)

1544

15. Oktober - Erzbischof Hermann von Wied lädt die Erblandvereinigung in den Kölner Hof ein. (Hardt 2012, Nr.3027, S.1814/1815)
18. November - Das Domkapitel lädt die weltlichen Stände zu einem Landtag in Köln vor. (Schlüter 2005, S. 32) (eb)
24. November - Kaiser Karl V. erlässt an Mandat an alle Stände, mit dem er sie auffordert, jegliche Neuerungen im Glauben zu unterlassen. (Schlüter 2005, S. 34) (eb)
2. Dezember - Der Erzbischof ruft die Stände zu einem weiteren Landtag in Bonn. (Schlüter 2005, S. 33) (eb)

1545

9. Dezember - Hermann von Wied beruft die Landstände zu einem Landtag nach Bonn ein. Auf seiner Seite stehen die weltlichen Landstände. (Schlüter 2005, S. 35] (eb)

1546

26. Januar - Kaiser Karl V. lässt alle Neuerungen Hermanns V. im Erzbistum annullieren, fordert, sie binnen 15 Tagen gegen Drohung mit der Reichsacht rückgängig zu machen und befreit die Utertanen in dieser Sache vom Gehorsam gegen den Erzbischof. (Schlüter 2005, S. 106) (eb)
18. März - Ein Grafentag des Erzbistums Köln findet in Oberwesel statt. Neunzehn Grafen erscheinen. (Varrentrapp 1878, S. 267) (eb)
16. April - Papst Paul III. spricht die Exkommunizierung und Absetzung des Erzbischofs und Kurfürsten von Köln Hermann V. aus. Seine Entscheidung wird am 16. August verkündet. (Schlüter 2005, S. 106/107) (eb)
26. Oktober - Es finden Verhandlungen über eine Abdankung Hermanns von Wied statt. In einem Brief des bestellten Koadjutors Adolf von Schauenburg wird auch Johann IX. von Sayn genannt. (Badea 2009 S.211, Anmerkung 51) Diese Tatsache belegt, dass auch die Grafen von Sayn als Teil der gräflichen Landstände in diesem Reformationsversuch eine Rolle spielten. (eb)

1547

24. Januar - Kaiser Karl V. zwingt die Landstände des Erzbistums auf einem Landtag in Köln zum Gehorsam, sodass der bereits am 3. Juli 1546 bestellte Amtsverwalter bestätigt werden kann. (Schlüter 2005, S. 109) (eb)
  • Graf Johann IX. von Sayn wendet sich an den Kaiser und beschreibt die Unzulänglichkeiten des Rechtswesens in der Grafschaft Sayn. Er bittet ihn, ihm eine Ausweitung der Zuständigkeiten des gräflichen Rechtswesens zu gestatten. (Hardt 2012, Nr.3049) (eb)
3. November - Kaiser Karl V. antwortet auf dieses Schreiben, dass er einsehe, dass das Gericht in Rottweil (bei Freiburg im Breisgau) von Sayn aus kaum in Anspruch genommen werden könne. Ohne auf seine Bitte näher einzugehen, bietet er andere Freiheiten an. (Hardt 2012, Nr.3046) (eb)

1549

5. April - Graf Johann IX. von Sayn bestätigt die Pacht des Hofes Aldendorff bei Altenkirchen vom St. Cassiusstift. Der Volltext ist zu lesen bei Staatsarchiv Düsseldorf - Bestand St. Cassiusstift Nr. 540 a. (eb)

1551

  • Die Pest tritt in Altenkirchen auf. (Sinemus 1933, S.242). (eb) (sts)
  • Die Grafschaft muss vier Reiter und sechs Fußsoldaten zum Reichsheer stellen. (Rausch 1921, S.84) (eb)

1552

24. Februar - Graf Johann IX. von Sayn versucht das Kloster Sayn zur Bezahlung der Türkensteuer zu verpflichten. Dieser Vorgang kann als Versuch gewertet werden, als Landesherr in das Kloster hineinzuregieren, um es zahlungsunfähig werden zu lassen. Das könnte als früher Versuch gewertet werden, die Reformation schon zu einem früheren Zeitpunkt in der Grafschaft Sayn einzuführen als zu dem 1560 offenkundig gewordenen Datum der Einführung durch Graf Adolf. (Krings 2011, S.89-101 bzw. Regest 16 der Urkunde Hauptstaaatsarchiv Wiesbaden Best. 340, Nr. 65) Vgl. auch die Nachricht zum 26. Oktober 1546. (eb)

1553

  • Im Jahr tritt die Pest auf. (Orte werden nicht genannt.) (Sinemus 1933, S.242) (eb)
26. Oktober - Als die Häuser Sayn und Wied in einem in Altenkirchen aufgestellten Rechtsinstrument versuchen, die strittigen Punkte zur Landnutzung um Lautzert zu klären, sind als saynische Funktionsträger aus Altenkirchen daran beteiligt: Chunradt Stroe als Schultheiß, Mollers Thielgen und Volck Kremer als Schöffen zu Altenkirchen sowie Ruprecht Donner als Waldförster zu Altenkirchen. (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Best. 340, Nr. 13151) (Hardt 2012, S. 1875ff., Nr. 3119) (ak)

1554

  • Als katholischer Kaplan wirkt bis 1561 Heinrich Bunt (* um 1532 Hachenburg), ehe er mit Einführung der Reformation lutherisch wird. Er tritt 1573 die lutherische Pfarrstelle an. Pfarrer Sinemus 1933, S.61) (eb) - Hardt 2012 (S. 1884f., Nr. 3128) führt für den 29. September 1554 Tilmann Stroe als lutherischen Pastor zu Altenkirchen an. Der ist jedoch zu dieser Zeit kath. Pfarrer in Leuscheid; die Reformation ist noch nicht eingeführt. (ak)

1555

18. März - Die vom Kölner Kartographen Caspar Vopel (Vopelius) erstellte Karte des Rheinlaufes überreicht dieser dem Rat der Stadt Köln. Sie enthält den nach gegenwärtigem Kenntnisstand frühesten Eintrag Altenkirchens ("Aldenkirchn") in einem Kartenwerk. In der Nachbarschaft sind auch Widderstein (Wijderstein) und Koberstein (Couerstein) eingetragen. Ein Kartenausschnitt kann unter www.betzdorf-sieg.de/heimat/sonder/karten/Karten.htm eingesehen werden. Auch die 1560 erscheinende Ausgabe der Rheinlaufkarte Vopels verzeichnet Altenkirchen. (www.dilibri.de) (ak)
10. August - Es kommt zur Erbschaftsteilung zwischen Graf Johann IX. von Sayn und seinem seit 1542 an der Regierung beteiligten Bruder, Graf Sebastian von Sayn; dabei fallen u.a. Schloss und Stadt Altenkirchen ("Aldenekirchen") sowie Schloss und Stadt Hachenburg an Graf Johann IX. (Günther 1826, S. 313-315, Nr. 150). (Landesherrschaft) (ak) (Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 340, 13168) (Hardt 2012, Nr.3132, S.1887) (eb)
25. September - Mit dem Augsburger Religionsfrieden fällt dem jeweiligen Landesherrn das Recht zur Glaubenswahl im Reich zu, dem sich die Untertanen beugen müssen (Hennes 1961, S. 10). Damit ist die rechtliche Grundlage für die Einführung der - lutherischen - Reformation auch in Sayn gelegt. Zur Vorgeschichte vgl. die Einträge der Jahre 1520, 1521, 1522, 1529, 1532, 1537, 1538, 1541, 1542, 1543, 1544, 1545, 1546, 1547, 1552, 1554 und 1560. (eb)

1556

17. April - Es wird eine Bergordnung durch den Grafen Sebastian von Sayn erlassen. Sie enthält ein Verbot der Erzausfuhr (vgl. Neu 1956, S.148). Der Text ist abgedruckt bei Cramer 1805 (Anhang Beilage 1). (eb)
1. Juli - Zwischen dem Grafen Johann zu Wied und den Grafen Johann IX. und Sebastian von Sayn wird ein Vergleich u.a. wegen Widderstein geschlossen. (Schultze 1911, Nr. 1119) (eb)

1558

13. Januar - Für den Zehnten in den Orten Amteroth, Bergenhausen, Ingelbach, Kroppach, Michelbach und Oberölfen zahlt Graf von Sayn 160 Gulden auf 12 Jahre(Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Best. 340, Nr. 13217) (Hardt 2012, Nr.2798, S. 1680-82) (eb)
31. Januar - Für den Zehnten im Kirchspiel Altenkirchen zahlt Graf von Sayn 38 Gulden auf 12 Jahre. Genannt werden die Orte Hof Altendorf, Hemmelzen, Hüttenhofen, Isert, Langenbach, Michelbach und Niederölfen.(Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Best. 340, Nr. 13117 a) (Hardt 2012, Nr.2798, S. 1680-82) (eb)
12. Mai - Ein im Namen des Bonner Cassiusstiftes ausgestelltes Notariatsinstrument über den Hof Altendorf ("hoff Altendorff Lutzbach") beschreibt auch dessen Grenzen. (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Best. 340, Nr.13221, Hardt 2012, S. 1908, Nr. 3161; vgl. auch Heinemann 2014, S. 70-72). (ak)

1559

  • Nach der Augsburger Münzordnung erhalten die Grafen von Sayn das Recht, Gold- und Sibermünzen zu prägen. (Idelberger 1959, S.68) (eb)

1560

22. Januar - Es wird ein Ehevertrag zwischen dem 1558 erwählten, aber erst am 31. Januar 1560 vom Papst bestätigten Erzbischof von Köln Gebhard von Mansfeld und Johann IX. von Sayn für die Tochter Maria von Mansfeld und den Sohn Adolf von Sayn geschlossen. (Hardt 2012, Nr.3177) (eb)
6. März - Graf Johann IX. von Sayn kauft von der badischen Familie Hoheneck einige Westerwälder Orte, darunter Leuzbach. (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Best. 340, Nr. 13250) (Hardt 2012, Nr.3180, S. 1920/21) (eb)
20. März - Graf Johann IX. (nach anderer Zählung VI.) von Sayn verstirbt und wird in Marienstatt beigesetzt. Die Grabplatte ist heute noch in der Wand des nördlichen Seitenschiffs der Abteikirche im fünften Joch erhalten. (ak) - Graf Adolf von Sayn (1538-1568) tritt die Nachfolge seines Vaters in der Doppelregentschaft an (Gensicke 1958, S.338 Anmerkung 13). (Landesherrschaft) (eb)
März Unmittelbar nach dem Tode seines Vaters lässt Graf Adolf in Hachenburg ein Sendgericht unter seinem persönlichen Vorsitz halten, sodass das Jahr 1560 als Zeitpunkt der Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn gelten darf (Bergholz 2008). Diese Darstellung folgt Römheld 1960, der das Faksimile und die Transkription eines Protokolls zum Hachenburger Sendgericht vom 9. August 1560 aus dem damals archivalisch nicht erschlossenen Hachenburger Stadtarchiv vorlegt. Allerdings sind sowohl die gebrachte Transkription als auch die Interpretation des Protokolls mit Fehlern behaftet. Das Protokoll lässt klar erkennen, dass der Send allein im Namen des Grafen, aber nicht unter seinem Vorsitz gehalten wurde. Andererseits belegt es die Ersetzung der katholischen Seelenmessen durch eine Wochenpredigt. Somit ist neben der für 1560 belegten Umwidmung der Einkünfte der Bruderschaften und der Jahrgezeiten bei den Kirchen und Kapellen zur Einrichtung von Schulen (Söhngen 1914, S. 294f.) ein weiterer Beleg für die Einführung der Reformation in der Grafschaft Sayn im Jahre 1560 gegeben. Eine verbesserte Umschrift des Sendprotokolls nebst einer kritischen Sichtung der reformatorischen Aktivitäten des Jahres 1560 liefert Struck 1961 an etwas versteckter Stelle.(ak)
21. September - Die Genehmigung des Antrags an den Kaiser Ferdinand I., Urkunden mit rotem Wachs siegeln zu dürfen (Moser 1749, S.360-362), bedeutet die Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit. (Hennes 1961, S.10) (eb)




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