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Inhaltsverzeichnis



2 bis 9

  • Germanenkriege des Tiberius, dann des Publicius Quintilius Varus gegen die östlich des Rheins siedelnden Völker. Nach der Niederlage des Varus Aufgabe aller rechtsrheinischen Lager. (Vgl. Horn 1987, S.660 und Jahn 2001) (eb)

16-17

  • Tiberius als Nachfolger des Augustus verzichtet auf das rechtsrheinische Germanien und setzt den Rhein als Grenze des römischen Reiches fest (Vgl. Horn 1987, S.660) (eb)

50

  • Erhebung der Oppidum Ubiorum zur röm. Colonia Claudia Ara Agrippinensium ("CCAA") durch Kaiser Claudius auf Veranlassung seiner Frau Agrippina (Colonia = Stadt römischen Rechts) (Vgl. Horn 1987, S.660) (eb)


81 bis 85

  • Anlage eines Limes im Westerwald als Waldschneise mit hölzernen Wachtürmen vom Vinxtbach bei Rheinbrohl bis an die Lahn bei Bad Ems (Vgl. Cüppers 1990, S.440-446) (eb)

ca. 85 - 90

  • Gründung der neuen Provinz Germania Inferior (Nieder-Germanien) mit der Hauptstadt CCAA (Köln) (Fuchs 1990, S.50) (eb)

260

  • Aufgabe des Limes und Rückzug hinter Rhein und Donau (Vgl. Cüppers 1990, S.688) (eb)

um 300

  • im Zuge der Reformen des Kaisers Diokletian CCAA Hauptstadt der neu gegründeten Provinz Germania Secunda (eb)

310 - 315

  • mehrfache Besuche des Kaisers Konstantin I - ab 306 Caesar (Junior-Kaiser) im Westteil des während der römischen Tetrarchie aufgeteilten Imperiums und ab 324 Alleinherrscher im gesamten Imperium - in Köln, der um 310 den Bau einer Rheinbrücke und des rechtsrheinischen Kastells Divitia (im heutigen Deutz) veranlaßt (Fuchs 1990, S.56-58)(eb)

um 313

  • Maternus erster verbriefter Bischof Kölns (Reisen nach Rom) (Fuchs 1990, S.58)(eb)

355

  • Franken erobern und zerstören Köln, das aber 356 zurück erobert wird (vgl. Fuchs 1990, S.60-61)(eb)

nach 400

  • Abzug der römischen Truppen aus Germanien, Köln wird zunehmend eine fränkische Stadt (eb)

um 455

  • Das römische Köln wird von den ripuarischen Franken (Rheinfranken) besetzt und ab ca. 460 deren Residenzstadt (1. König Sigibert) (Fuchs 1990, S.63-64)(eb)

ca. 457-482

  • Der erste historisch fassbare Merowinger ist der salfränkische Gaukönig Childerich I., der als Föderat die auslaufende römische Herrschaft noch unterstützt. (Fuchs 1990, S.66)(eb)

482-511

  • Childerichs Sohn Chlodwig I. besiegt 486 den letzten römischen Statthalter in Gallien und begründet das Reich der Franken. Mit seinem Übertritt zum Christentum fördert er die Verschmelzung der christlichen Römer mit den Franken. Er erhält vom Kaiser in Konstantinopel das Konsulat. Seinen ripuarischen Verwandten Sigibert lässt er ermorden und gliedert dessen Machtbereich in sein Reich ein. (vgl. Fuchs 1990, S.66-68)(eb) - Der Raum Altenkirchen wie der gesamte westliche Westerwald sind im letzten Drittel des 5. Jahrhunderts schon zum Machtbereich der Rheinfranken zu zählen (vgl. Wieczorek 1996, S. 244, Abb. 170). (ak)

511

  • Die erste Reichssynode unter Chlodwig organisiert die fränkische Reichskirche unter Einbeziehung der beiderseits des Rheins teilweise erhalten gebliebenen römischen Kirchenorganisation unter den dort siedelnden Germanen. (Ploetz 1980, S.332) (eb)

511-547

  • Theuderich I. wird als einer der vier Söhne Chlodwigs zum Herrscher des östlichen Teilreichs mit Sitz in Reims. Er erweitert es nach Osten mit der Eroberung Thüringens. (vgl. Fuchs 1990, S.68)(eb) - Nachdem um 506/507 die Alamannen endgültig bezwungen worden sind, setzt eine planmäßige flächendeckende Aufsiedlung der rheinfränkischen Gebiete ein. Vom Anfang des 6. Jahrhunderts an entwickelt sich also die heute noch bestehende Siedlungsstruktur. (vgl. Wieczorek 1996) (ak)

561-656

  • Der Schwerpunkt des fränkischen Reiches verlagert sich an den Rhein nach Köln und Worms.(Fuchs 1990, S.68-78)(eb)

656-751

  • Die Hausmeier von Austrien setzen sich gegen Neustrien durch, verdrängen die merowingischen Könige, ohne sie abzusetzen, und verlagern der Regierungsschwerpunkt nach Metz. Köln wird Pfalz der Hausmeier. (Fuchs 1990, S.78-79)(eb)


700

Erste Hälfte des Jahrhunderts
  • Das Martinspatrozinium der Altenkirchener Kirche (nach Sayn 1995, S. 185, für 1503 bezeugt, nach Gensicke in Hermanns 1969, S. 49, allerdings erst 1547 belegt) ist ein gewichtiger Hinweis auf früheste kirchenorganisatorische Maßnahmen in Altenkirchen, die in die fränkisch-merowingische Zeit fallen können. Auch aus dem Ortsnamen Altenkirchen, der Lage an einer alten Fernstraße sowie der ebenfalls erst spät - 1131 - bezeugten "curtis" (Bezeichnung für fränkischen Haupthof) ergeben sich Hinweise auf die Zeitstellung der Siedlungserschließung (vgl. Sayn 1995). (ak)
  • Im Rahmen der Einteilung unseres Landstriches in Diözesen durch Bonifatius (719-744) fällt Altenkirchen an die Diözese Köln. In der Untergliederung gehört Altenkirchen zum Archidiakonat Bonn und zum Dekanat Siegburg. (vgl. Sayn 1995, S. 184) (sts)

741

  • Die Gegend der Nister wird als Teil der Diözese Buraburg genannt, als erster Bischof wird Wittan oder Albuinus erwähnt. Die Bewohner des Gebiets werden nicht von Bonifatius persönlich, aber von dessen Schülern christianisiert. (vgl.Rausch 1921, S.21) (bw) - Korrektur: Der Westerwald hat sicher nicht dem hessischen Bistum Büraburg angehört. Die von Rausch 1921 gegebene Darstellung bezieht sich auf die Nennung der Nistresi in einem Sendschreiben Papst Gregors III. an Bonifatius um 738. Die dort angeführten Nistresi haben ihre Wohnsitze jedoch im Ittergau im westlichen Waldeck (vgl. Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Rev. Nachdruck der 2., neubearb. u. erw. Aufl. Kassel 1980, S. 127; ähnlich auch Gensicke 1958, S. 64f.). (ak)

um 750

  • In der Karolingerzeit wird das Frankenreich in "Gaue" eingeteilt. Bei Schöneberg/Almersbach trafen sich der Auelgau (Altenkirchen gehört dazu) und der Engersgau. (vgl. Heinemann 2008, S. 25f.) (sts) - Ergänzung (sts): Der Auelgau wird 882 zum ersten Mal erwähnt (vgl. Sayn 1995, S. 187). - Korrekturen: Der Auelgau wird erstmals 722/723 genannt (Gensicke 1958, S. 32). Gerade die Abgrenzung des Engersgaues gegen den Auelgau ist aufgrund der dürftigen Quellen problematisch, zumal eher ein Grenzsaum als eine Grenzlinie anzusetzen ist. Altenkirchen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Auelgau zuzuordnen (vgl. Gensicke 1958, S. 32-35). (ak)

751

  • Pippin III. setzt den letzten Merowingerkönig ab und lässt sich selbst vom Erzbischof von Mainz, Bonifatius, zum König krönen (Tod 768). Beginn der karolingischen Dynastie. (vgl. Fuchs 1990, S.79-80)(eb)
  • Aus der Lage Altenkirchens an einer alten Fernstraße, dem Martins-Patrozinium und dem Ortsnamen (Altenkirchen im Verbund mit Michelbach und den beiden Erbach-Siedlungen) soll ableitbar sein, dass Altenkirchen eine karolingische Centene bildete (Weigel 1959, S. 37). Der in diesem Zusammenhang angeführte angeblich älteste Namensbeleg für Altenkirchen aus dem Jahre 912 bezieht sich mit Sicherheit auf den heutigen Stadtteil Altenkirchen der Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis. (ak)

771-814

  • Unter Karl (dem Großen) verlagert sich der Herrschaftsmittelpunkt nach Aachen. (vgl. Fuchs 1990, S.82-84)(eb)

778

  • Westfälische Sachsen fallen im fränkischen Rheinland ein und verheeren das rechtsrheinische Gebiet zwischen (Köln-)Deutz und der Lahn. Sie töten fränkische Bewohner und brandschatzen viele Kirchen. (Johannes Jacobi, Neuwied RZ 21.5.1957) (eb) - Ergänzung: Diese Zeitungsmeldung geht höchstwahrscheinlich auf eine von A. J. Binterim & J. H. Mooren, Die alte und neue Erzdiözese Köln usw. Erster Theil. Mainz 1828, S. 319, gegebene Darstellung zurück. In der von ihnen angegebenen Quelle, den fränkischen Annalen, ist jedoch nicht von einer gezielten Zerstörung der Kirchen die Rede. Dort heißt es, die Sachsen hätten bei ihrem Vorstoß bis zum Rhein rechtsrheinisch zwischen Deutz und der Moselmündung die ganze Gegend verwüstet (vgl. Regesta Imperii Online [regesten.regesta-imperii.de], Die Regesten des Kaiserreiches unter den Karolingern 751-918 (987), RI I n. 215b). (ak)

795

  • Das Bistum Köln wird Erzbistum. (Wirtz 1927, S.34) (eb)

843

  • Im Vertrag von Verdun teilen die Enkel Karls des Großen das Frankenreich unter sich auf, der östliche Teil des Kreises Altenkirchen (Haigergau) gehört nun zu Ostfranken, der übrige und größere Teil zu Mittelfranken.(vgl. Rausch 1921, S.20) (bw)

860

  • Die auf Königsgut stehenden Kirchen werden geistlichen Stiften unterstellt. Altenkirchen fällt somit an "das Stift St. Cassius und Florentinus in Bonn, von dem einst auch vermutlich die Missionierung unserer Landschaft ausgegangen war." (vgl. Sayn 1995, S. 186). (sts)

870

  • Im Vertrag von Meerssen wird Mittelfranken zwischen Ost- und Westfranken aufgeteilt. Das ganze Rheinland fällt an Ostfranken. (vgl. Rausch 1921, S.21).(bw)

919

  • Mit der Wahl des sächsischen Herzogs in Fritzlar zum König Heinrich I. entsteht das "regnum teutonicum". (vgl.Fuchs 1990, S.92)(eb)

953

  • König Otto I. erlässt ein Reichskirchensystem, das die geistlichen Ämter in Personalunion an weltliche Macht bindet. Prototyp ist der Bruder des Königs, Erzbischof Bruno I. von Köln, gleichzeitig Herzog von Lothringen. (vgl.Fuchs 1990, S.93)(eb)

954/955

Februar-April - Einfall der Ungarn in Lothringen. Erzbischof Bruno bleibt zum Schutz der provincia Gallia am Rhein. Sein Bruder Otto I. erringt im August 955 auf dem Lechfeld einen endgültigen Sieg. (vgl.Fuchs 1990, S.93)(eb)

1000

  • Der Kölner Erzbischof Heribert versorgt die wegen einer Hungersnot nach Köln geflüchteten Menschen mit Nahrung, Wohnung und Kleidung. (vgl.Fuchs 1990, S.101)(eb)





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