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2 bis 9

  • In diese Jahre fallen die Germanenkriege des Tiberius, dann des Publicius Quintilius Varus gegen die östlich des Rheins siedelnden Völker. Nach der Niederlage des Varus kommt es zur Aufgabe aller rechtsrheinischen Lager. (Horn 1987, S.660 und Jahn 2001) (eb)

16-17

  • Tiberius als Nachfolger des Augustus verzichtet auf das rechtsrheinische Germanien und setzt den Rhein als Grenze des römischen Reiches fest. (Horn 1987, S.660) (eb)

50

  • Auf Veranlassung seiner Frau Agrippina wird der Oppidum Ubiorum zur römischen Colonia Claudia Ara Agrippinensium ("CCAA") durch Kaiser Claudius erhoben. (Colonia = Stadt römischen Rechts) (Horn 1987, S.660) (eb)

81 bis 85

  • Es kommt zur Anlage eines Limes im Westerwald als Waldschneise mit hölzernen Wachtürmen vom Vinxtbach bei Rheinbrohl bis an die Lahn bei Bad Ems. (Cüppers 1990, S.440-446) (eb)

ca. 85 - 90

  • Die neue Provinz Germania Inferior (Nieder-Germanien) mit der Hauptstadt CCAA (Köln) wird gegründet.(Fuchs 1990, S.50) (eb)

260

  • Es kommt zur Aufgabe des Limes und zum Rückzug der Römer hinter Rhein und Donau (Cüppers 1990, S.688) (eb)

um 300

  • Nach einer Legende kommtes unter den Legionären der Thebäischen Legion, die zur Christenverfolgung an den Rhein geschickt war, zur Taufe einiger Mitglieder, darunter Cassius und Florentius, die zur Strafe in Bonn getötet werden. (wikipedia.de "Cassius und Florentius" 19.9.2016)

310 - 315

  • Es gibt mehrfache Besuche des Kaisers Konstantin I - ab 306 Caesar (Junior-Kaiser) im Westteil des während der römischen Tetrarchie aufgeteilten Imperiums und ab 324 Alleinherrscher im gesamten Imperium - in Köln, der um 310 den Bau einer Rheinbrücke und des rechtsrheinischen Kastells Divitia (im heutigen Deutz) veranlaßt. (Fuchs 1990, S.56-58)(eb)

um 310

  • Kaiserin Helena, Mutter Kaiser Konstantins, gründet das Stift der Hl. Cassius und Florentius als Kloster in Bonn. (Binterim/Mooren 1828, S. 78) (eb)

um 313

  • Maternus ist erster verbriefter Bischof Kölns (Reisen nach Rom). (Fuchs 1990, S.58)(eb)

355

  • Franken erobern und zerstören Köln, das aber 356 zurück erobert wird (Fuchs 1990, S.60-61)(eb)

388 bis 393

  • Die rechtsrheinischen Frankenstämme Chamaven, Brukterer, Amsivarier und Chattuarier machen einen Einfall auf römisches Gebiet, werden aber geschlagen. (Ewig 1954 a, S.6/7) (eb)

nach 400

  • Es kommt zum Abzug der römischen Truppen aus Germanien: so wird Köln zunehmend eine fränkische Stadt. (Fuchs 1990, S.69) (eb)

um 455

  • Das römische Köln wird von den ripuarischen Franken (Rheinfranken) besetzt und ab ca. 460 deren Residenzstadt. (Fuchs 1990, S.63-64)(eb)

ca. 457-482

  • Der erste historisch fassbare Merowinger ist der salfränkische Gaukönig Childerich I., der als Föderat die auslaufende römische Herrschaft noch unterstützt. (Fuchs 1990, S.66)(eb)

482-511

  • Childerichs Sohn Chlodwig I. besiegt 486 den letzten römischen Statthalter in Gallien und begründet das Reich der Franken. Mit seinem Übertritt zum Christentum fördert er die Verschmelzung der christlichen Römer mit den Franken. Er erhält vom Kaiser in Konstantinopel das Konsulat. Seinen ripuarischen Verwandten Sigibert lässt er ermorden und gliedert dessen Machtbereich in sein Reich ein. (Fuchs 1990, S.66-68)(eb)

506

  • Der Raum Altenkirchen wie der gesamte westliche Westerwald sind im letzten Drittel des 5. Jahrhunderts schon zum Machtbereich der Rheinfranken zu zählen (Wieczorek 1996, S. 244, Abb. 170). (ak) Vgl. auch die Karte von Ewig 2012,(S. 26), die den Raum jenseits des Rheins (von Trier aus gesehen) der Francia Antiqua zuweist. (eb)
  • Nachdem um 506/507 die Alamannen endgültig bezwungen worden sind, setzt eine planmäßige flächendeckende Aufsiedlung der rheinfränkischen Gebiete ein. Vom Anfang des 6. Jahrhunderts an entwickelt sich also die heute noch bestehende Siedlungsstruktur. (Wieczorek 1996) (ak)

511

  • Die erste Reichssynode unter Chlodwig organisiert in Orléans die fränkische Reichskirche unter Einbeziehung der beiderseits des Rheins teilweise erhalten gebliebenen römischen Kirchenorganisation unter den dort siedelnden Germanen. (Ploetz 1980, S.332) (eb)

511-561

  • Theuderich I. wird als einer der vier Söhne Chlodwigs zum Herrscher des östlichen Teilreichs mit Sitz in Reims. Er erweitert es nach Osten mit der Eroberung Thüringens. (Fuchs 1990, S.68) (eb)
  • Nach seinem Tod 533 versucht sein Sohn Theudebert, seinen Machtbereich bis zu seinem Tod 547 nach Italien zu erweitern. Sein Sohn Theudowald starb bereits 555. Seine Nachfolge fiel Chlotar I. von Soissons zu, der aber bereits 561 starb.
  • Für das rechtsrheinische Gebiet der Asbach-Altenkirchener Hochfläche lassen sich (bisher) keine merowingischen Funde nachweisen. (Müssemeier 2004, S.51) (eb)

561-656

  • Die politische Integration der Gebiete östlich des Rheins..., in denen eine römische Organisation entweder gar nicht bestanden hatte oder weitgehend verschüttet war, stand um 560 noch in den Anfängen. Mitte des Reiches war die Francia (Rhinensis) zwischen Rhein und Loire.(Ewig 2012, S.41)
  • Der Schwerpunkt des fränkischen Reiches verlagert sich an den Rhein nach Köln und Worms.(Fuchs 1990, S.68-78)(eb)

588

  • Der Dichter Venantius Fortunatus macht von Metz aus seine zweite Reisen die Mosel hinab und auf dem Rhein bis Andernach. (Goerz 1876, Nr. 32) (eb)

601-700

  • Im 7. Jahrhundert finden wir..die ersten nachweisbaren Spuren des Christentums rechts des Rheins in der Nachbarschaft des Stromes....Es war der Einfluß des Christentums von Bonn, wo um die Märtyrergräber von St. Cassius sich eine Gemeinde aus der spätrömischen Zeit erhalten hatte,..der sich im Vorlande des Stromes geltend machte. Über das Neuwieder Becken hinaus aber drang im 7. Jahrhundert Christentum und Kirche wohl noch nicht in das Waldland ostwärts vor. (Büttner 1955, S. 27) (eb)

um 640

  • Die Witwe Pippins I. Itta und ihre Tochter Gertrud von Nivelles gründen das Hauskloster der Pippiniden Nivelles in Brabant. Mit seinem Fernbesitz am Rhein bei Bonn, Linz/Rhein und Rheinbrohl, Asbach, Windhagen und Neustadt/Wied, und um Windeck/Sieg zeigt es frühkarolingische Einflüsse auf den West-und Nordrand des Westerwaldes. (Ewig 2012, S. 182-183) Die von Ewig angedachten Beziehungen zum fränkischen Adel in Ribuarien (2012, S.183) lassen zunächst an den bei Halbekann 1997 (S.429-457) und Bohn 2002 (S. 76/76) aufgeführten Besitz an manchen dieser Orte denken. (eb)

656-751

  • Die Hausmeier von Austrien setzen sich gegen Neustrien durch, verdrängen die merowingischen Könige, ohne sie abzusetzen, und verlagern der Regierungsschwerpunkt nach Metz. Köln wird Pfalz der Hausmeier. (Fuchs 1990, S.78-79)(eb)

um 700

  • Bis zu seinem Tod 713 wirkt der englische Bischof Suitbertus aus dem Umfeld von Willibrord am Niederrhein. Seine Wirksamkeit hat sich nahezu zwanzig Jahre hindurch auf die alten Grenzstätten Ripuariens, auf Kaiserswerth und Rheinbrohl, und wahrscheinlich auch auf das zwischenliegende rechtsrheinische Gebiet dieses Landstrichs, auf das ganze Bergische Land und den Westerwald, erstreckt. (Kelleter 1904, S.XX) (eb)
  • Das Martinspatrozinium der Altenkirchener Kirche (nach Sayn 1995, S. 185, für 1503 bezeugt, nach Gensicke in Hermanns 1969, S. 49, allerdings erst 1547 belegt) ist ein gewichtiger Hinweis auf früheste kirchenorganisatorische Maßnahmen in Altenkirchen, die in die fränkisch-merowingische Zeit fallen können. Auch aus dem Ortsnamen Altenkirchen, der Lage an einer alten Fernstraße sowie der ebenfalls erst spät - 1131 - bezeugten "curtis" (Bezeichnung für fränkischen Haupthof) ergeben sich Hinweise auf die Zeitstellung der Siedlungserschließung (Sayn 1995). (ak)
  • Einwand: Das Martinspatrozinium ist nur sehr bedingt für unseren Raum zur zeitlichen Einordnung heranzuziehen. (Rudolph 2011, S. 27-29) (eb)

722

  • Der Auelgau wird erstmals erwähnt. (Levison 1932, S.256) (eb) - Bei Schöneberg/Almersbach grenzte der Auelgau (Altenkirchen gehört dazu) an den Engersgau (Heinemann 2008, S. 25f.). (sts) - Gerade die Abgrenzung des Engersgaues gegen den Auelgau ist aufgrund der dürftigen Quellen problematisch, zumal eher ein Grenzsaum als eine Grenzlinie anzusetzen ist. Altenkirchen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Auelgau zuzuordnen (Gensicke 1958, S. 32-35). (ak) Ergänzung: Nach Böttger 1875 lässt sich die Grenze zwischen Engersgau und Auelgau über die Grenzen der Kirchengemeinden vor 1316 zwischen den Erzbistümern Köln und Trier genau bestimmen. (eb)
1. Dezember - Papst Gregor II. empfiehlt Herzog Karl Martell, Bischof Bonifatius östlich des Rhein den Bewohnern das Christentum predigen zu lassen. (Böhmer 1877 Nr. 14, S.3) (eb)

732

  • Papst Gregor III. setzt Bischof Bonifatius als Erzbischof ein. (Böhmer 1877 Nr. 21, S. 4) (eb)

741

  • Die Gegend der Nister wird als Teil der Diözese Buraburg genannt, als erster Bischof wird Wittan oder Albuinus erwähnt. Die Bewohner des Gebiets werden nicht von Bonifatius persönlich, aber von dessen Schülern christianisiert. (Rausch 1921, S.21) (bw) - Korrektur: Der Westerwald hat sicher nicht dem hessischen Bistum Büraburg angehört. Die von Rausch 1921 gegebene Darstellung bezieht sich auf die Nennung der Nistresi in einem Sendschreiben Papst Gregors III. an Bonifatius um 738. Die dort angeführten Nistresi haben ihre Wohnsitze jedoch im Ittergau im westlichen Waldeck (Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. Rev. Nachdruck der 2., neubearb. u. erw. Aufl. Kassel 1980, S. 127; ähnlich auch Gensicke 1958, S. 64f.). (ak)

742

  • Im Rahmen der Einteilung in Diözesen fällt Altenkirchen an die Diözese Köln. In der Untergliederung gehört Altenkirchen zum Archidiakonat Bonn und zum Dekanat Siegburg. (Ennen 1849 S. 27) (sts) Einwand: Es ist sehr zweifelhaft, dass Bonifatius im Bistum Köln, in dem er nie eine Funktion hatte, eine so detaillierte Organisationsregelung getroffen haben soll. (eb)
21. April - Karlmann, Sohn Karl Martells, erlässt auf Rat einer Synode eine gesetzliche Anordnung (Kapitular)zur Herstellung der Kirchenzucht in Anwesenheit von Erzbischof Bonifatius und u.a. des Kölner Bischofs Regenfrid. (RI I Nr. 44) (eb)

746

  • Bonifatius wird das Bistum Mainz als Erzbistum zugewiesen. Die Stadt wird damit zum Hauptort der fränkischen Kirche. (Will 1877, Nr.67) (eb)

751

  • Aus der Lage Altenkirchens an einer alten Fernstraße, dem Martins-Patrozinium und dem Ortsnamen (Altenkirchen im Verbund mit Michelbach und den beiden Erbach-Siedlungen) soll ableitbar sein, dass Altenkirchen eine karolingische Centene bildete (Weigel 1959, S. 37). Der in diesem Zusammenhang angeführte angeblich älteste Namensbeleg für Altenkirchen aus dem Jahre 912 bezieht sich mit Sicherheit auf den heutigen Stadtteil Altenkirchen der Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis. Das ist bei Heinemann 2014 (S. 58) nicht erfasst; stattdessen werden spekulative Annahmen weitergetragen. (ak)
November - Pippin III. setzt den letzten Merowingerkönig ab und lässt sich selbst vom Erzbischof von Mainz, Bonifatius, zum König krönen. (RI I Nr.64a) Damit beginnt die karolingischen Dynastie. (Fuchs 1990, S.79-80)(eb)

753

  • Es findet eine Heerfahrt Pippins gegen die Sachsen statt. Seine Truppen überschreiten den Rhein nach Osten und verwüsten das Land. Der Kölner Bischof Hildegar kommt dabei um. Die Sachsen geloben die Zulassung christlicher Missionare. (RI I Nr.73 a) (eb)

771-814

  • Unter Karl (dem Großen) verlagert sich der Herrschaftsmittelpunkt nach Aachen. (Fuchs 1990, S.82-84)(eb)

778

  • Westfälische Sachsen fallen im fränkischen Rheinland ein und verheeren das rechtsrheinische Gebiet zwischen (Köln-)Deutz und der Lahn. Sie töten fränkische Bewohner und brandschatzen viele Kirchen. (Johannes Jacobi, Neuwied RZ 21.5.1957) (eb) - Ergänzung: Diese Zeitungsmeldung geht höchstwahrscheinlich auf eine von Binterim/Mooren 1828 S. 319 gegebene Darstellung zurück. In der von ihnen angegebenen Quelle, den fränkischen Annalen, ist jedoch nicht von einer gezielten Zerstörung der Kirchen die Rede. Dort heißt es, die Sachsen hätten bei ihrem Vorstoß bis zum Rhein rechtsrheinisch zwischen Deutz und der Moselmündung die ganze Gegend verwüstet (RI I Nr. 215b). (ak)
  • Der fragliche Text lautet: sed illi rebelles ad Renum usque Diuciam pervenerunt, tunc praedantes secus Renum et multas malicias facientes, ecclesias Dei incendentes in sanctemonialibus, et quod fastidium generat enumerandi. (Annales regni Francorum 1895 S.52) (eb)

786

29. Juni - König Karl der Große errichtet für die unterworfenen und christianisierten Sachsen, deren Land er nach altrömischer Sitte zur Provinz gemacht und in Bischofssprengel geteilt hat, ein Bistum Verden unter der Metropole Mainz. (RI, I Nr. 271) (eb)

795

  • Das Bistum Köln wird Erzbistum. (Wirtz 1927, S.34) (eb)

801

  • Im 9. Jahrhundert erweitert sich der Einfluss des Bonner Stifts St. Cassius weit in das spätere Dekanat Siegburg hinein. (Ewig 1954, S.234 und Anmerkung 134) In einer Urkunde wird dem Bonner Stift St. Cassius und Florentius eine Schenkung in Weitefeld gemacht. (Wisplinghoff 1972, Nr. 55 S.71) Diese erste urkundliche Erwähnung eines Ortes im nördlichen Westerwald 35 km östlich von Altenkirchen stützt die Annahmen zum Alter. (eb)

823

843

10. August - Im Vertrag von Verdun teilen die Enkel Karls des Großen, Kaiser Lothar I., Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle, das Frankenreich unter sich auf. Der Vertragstext fehlt. Die örtlichen Zuordnungen stammen von später. (RI I,2,1 Nr.368) (eb) Der östliche Teil des Kreises Altenkirchen (Haigergau) gehört nun zu Ostfranken, der übrige und größere Teil zu Mittelfranken.(Rausch 1921, S.20) (bw) - Im Zuge dieser Herrschaftsteilung fällt der auf Köln orientierte rechtsrheinische Auelgau - zu dem Altenkirchen höchstwahrscheinlich gehörte - an das "Mittelreich" Lothars I. (Schwartz 1843, S. 98ff.). (ak)

848

15. Mai - Das Stift St. Cassius und Florentius in Bonn erhält eine Schenkung in Weitefeld. (Wisplinghoff 1972, Nr. 66) (eb)

862

29. August - Der Erzbischof von Trier Theutgaud gibt eine Beschreibung des Pfarrzehntbezirks von Rengsdorf für St. Castor in Koblenz, (Goerz 1876 Nr. 636), in der auch die Wied in ihrem Lauf bis zum Weißen Stein (an der Einmündung des Fockenbachtals) erwähnt wird. (eb)

863

  • Die Bedrohung Kölns durch die Normannen lässt die Kölner Kirche sieben Jahre verwaist. (RI I Nr.1298 a und Nr. 1474) (eb)

866

15. Januar - Kaiser Lothar II. bestätigt den geistlichen Stiften in Köln, darunter auch dem Stift St. Cassius und Florentius in Bonn ihren Besitz. (RI, I Nr. 1308) (eb) Altenkirchen fällt somit an "das Stift St. Cassius und Florentinus in Bonn, von dem einst auch vermutlich die Missionierung unserer Landschaft ausgegangen war." (Sayn 1995, S. 186). (sts) Einwand: Höroldt Cassius (S.61) stellt bereits 1957 fest, dass es für diese These der Missionierung in den Tatsachen keine Stütze gibt. (eb)

868

  • Überschwemmungen, Hungersnot und Pest werden in ganz Germanien und Gallien gemeldet. (RI, I Nr. 1473a) (eb)

870

8. August - Im Vertrag von Meersen wird das 843 noch Kaiser Lothar zugewiesene Mittelfranken zwischen West- und Ostfranken aufgeteilt. Das ganze Rheinland fällt dabei an Ostfranken. Der nur noch erhaltene Teilungsauszug des Vertrages weist die Bistümer Köln und Trier Ludwig dem Deutschen zu. (RI, I Nr.1480). Er hat aber nur bis 880 Bedeutung . (Ploetz 1980, S.350) (eb)

876

7. Oktober - Nach dem Tode Ludwigs des Deutschen am 12. August in Frankfurt ist eine Teilung auf die Söhne Karlmann, Ludwig III. den Jüngeren und Karl III. den Dicken vorgesehen. Dabei kommt Ludwig III. der Jüngere die Gebiete seiner Vaters in Ostfranken. (Ploetz 1980, S.350) Da aber Karl II. der Kahle die Ergebnisse des Vertrages von Meersen zu seinen Gunsten ändern möchte, zieht er mit einem Heer gegen seinen Neffen Ludwig III. den Jüngeren rheinaufwärts. Bei Andernach kommt es zur Schlacht, die Karl der Kahle verliert. (RI, I Nr. 1547 h) (eb)

877

  • Karl der Kahle überträgt dem Kloster St. Gertrud in Nivelles Besitzungen in Rheinbrohl. (Miraeus 1723, S.503) Die Urkunde stellt den Bezug zwischen dem rechtsrheinischen Ripuarien und Niederlothringen her. Vgl. auch den Eintrag um 640. (eb)

880

Februar - In Ribemont schließen die Enkel Karls des Kahlen und Ludwig III. der Jüngere einen Vetrag, der die im Vertrag von Meersen dem westfränkischen Reichsteil zugesprochenen Gebiete nunmehr dem ostfränkischen Reichsteil zuspricht. (Ploetz 1980, S.351) (eb)

881

Dezember - Die Normannen überfallen und plündern Köln und Bonn. (RI, I Nr. 1573 a) (eb)

882

6. Januar - Die Normannen plündern das Kloster Prüm. (RI, I Nr. 1573 a) (eb)
  • Kaiser Karl III. fordert zu einer allgemeinen Heerfahrt aller Stämme gegen die Normannen auf. (RI, I Nr. 1638 a) (eb)

883

  • Das Kloster der Hl. Cassius und Florentius in Bonn soll (nach einem Text von 1629) in ein Stift umgewandelt worden sein. (Binterim/Mooren 1828, S. 79) (eb)

891

Oktober - Mit dem Sieg des deutschen Königs Arnulf von Kärnten über das große Heer der Normannen in der Schlacht an der Dijle in Brabant wird die Bedrohung des ostfränkischen Reiches durch die Normannen beendet. (RI, I Nr. 1865a) (eb)

893

  • Im Güterverzeichnis (Urbar) der Abtei Prüm, das noch als Abschrift aus dem Jahre 1222 existiert, ist ein comes de Seyne genannt, der an zwei Orten im heutigen Kreis Düren mit Besitz des Klosters belehnt ist. (Beyer 1860, Nr. 135, S. 184, S. 187, S. 200) Hier könnte es sich um die erste Erwähnung dieser Grafenfamilie handeln, nach deren Ursprung immer wieder gesucht wurde. Vgl. den Eintrag unter [1112]. (eb)

911

  • Der erste Durchmarsch der Ungarn durch das ostfränkische Reich führt über das Maifeld bei Koblenz. (Schroeder-Lanz 1993, S.272) (eb)

919

  • Ein Ungarneinfall im rechtsrheinischen Rheinland führt zur Zerstörung des Stifts (Düsseldorf-)Gerresheim, das nach Köln verlegt wird. (Schroeder-Lanz 1993, S. 272) (eb)
Zwischen 12. und 24. Mai - Mit der Wahl des sächsischen Herzogs in Fritzlar durch Franken und Sachsen zum König Heinrich I. wird der deutsche König Lehnsherr über die Stammesherzöge, die damit ein fester Bestandteil der Reichsorganisation bleiben. (RI, II,1 n.p.) (eb)

922

11. August - In einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Hermann I. werden die Güter der nach der Verlegung des Gerresheimer Klosters vereinigten Klöster in Köln benannt; unter den rechtsrheinischen Liegenschaften sind Westhoven im Auelgau, Vilich gegenüber Bonn, Honnef, Ittenbach und Waldorf. (Cardauns 1874, Nr. 1) (eb)

923

  • König Heinrich I. führt einen Kriegszug nach Niederlothringen. Graf Siegfried von Jülich wird als Kölner Erzbischof von ihm eingesetzt. (Schroeder-Lanz 1993, S. 272) (eb)

925

  • König Heinrich I. führt einen weiteren Kriegszug nach Niederlothringen und zwingt den Adel zur Bindung an seine Herrschaft. Die Ungarn werden vertrieben. (Schroeder-Lanz 1993, S.273) (eb)

926

  • Auf einem Reichstag in Worms wird zum Schutz gegen die Ungarn verstärkter Burgenbau beschlossen. (Schroeder-Lanz 1993, S. 273) (eb)

932

  • Eine Synode in Erfurt beschließt eine Kopfsteuer zur Ungarnabwehr. (Schroeder-Lanz 1993, S. 273) (eb)

936

7. August - König Otto I. wird in Aachen nach einer weltlichen Thronerhebung vom Mainzer Erzbischof gesalbt und mit dem Kölner Erzbischof zusammen gekrönt. Die Stammesherzöge übernehmen symbolische Hofdienste. (RI, I,1 Nr. 55h)

948

  • Erzbischof Wichfrid von Köln bestimmt die Grenze des Sprengels der Kirche von Oberpleis östlich über Wellesberg bis Uckerath, südöstlich bis Hanf und Büllesbach, südlich bis Quirrenbach und Eudenbach. (Lacomblet 1840, Nr. 103) Damit dehnt sich das Erzbistum weiter in den Auelgau über die Wasserscheide des Mehrbachs in Richtung der Asbach-Altenkirchener Hochfläche im Niederwesterwald aus. (eb)

953

August - König Otto I. ernennt seinen Bruder Brun zum Erzbischof von Köln. (RI II,1 Nr. 232a) Damit schafft Otto I. ein Reichskirchensystem, das die geistlichen Ämter in Personalunion an weltliche Macht bindet. Prototyp ist der Bruder des Königs, Erzbischof Bruno I. von Köln, gleichzeitig Herzog von Lothringen. (Fuchs 1990, S.93)(eb)

955

10. August - Nach einer lang anhaltenden Periode von Einfällen der Ungarn ins Fränkische Reich erringt Otto I. auf dem Lechfeld bei Augsburg einen endgültigen Sieg. (RI II,1 Nr. 240g) Der Kölner Erzbischof Brun bleibt zum Schutz der provincia Gallia am Rhein. (Fuchs 1990, S.93)(eb)

956

19. Mai - Der Trierer Erzbischof Rotbert stirbt in Anwesenheit Kaiser Ottos I. in Köln an der reichsweit auftretenden Pest. (RI, II,1 Nr. 246a) (eb)

966

17. Januar - Kaiser Otto I. bestätigt den Geistlichen der Pfalzkapelle in Aachen Besitzungen, unter anderen im Auelgau in der Grafschaft Eberhards. (RI, II,1 Nr. 418) Vgl. auch Gensicke 1958, S.33) (eb)

977

  • Das Herzogtum Lothringen, das von Valenciennes und Antwerpen, über Lüttich, Aachen und Köln bis über den Rhein reicht, zerfällt in Ober- und Niederlothringen, zu dem der Auelgau mit Altenkirchen gehört. (www.wikipedia.de Niederlothringen) Quellenbelege werden nicht genannt.(eb)

987

  • In den Regesten Ottos III. wird eine Schenkung an den Bischof von Hildesheim erwähnt, die einen Ortsnamen Withoc trägt (RI,II,3, Nr. Nr. 998Ia), was sich möglicherweise mit Witthecke (heute an der Bundesstraße 8 zwischen Hasselbach und Kircheib westlich von Altenkirchen) in Verbindung bringen lässt. (eb)
Herbst - Winterbeginn - Schwere Wetterschäden, besonders im Westen des Reiches treten ein: Stürme und Regengüsse, die den Verkehr unterbrechen. Gefahr einer Hungersnot. (RI,II,3, Nr. 998I) (eb)

988

Mitte Juli bis Mitte August - Es gibt schwere Witterungsschäden durch gewaltige Regengüsse, besonders in Niederlothringen und Frankreich, darauf folgende außerordentliche Hitze und Dürre; viele Krankheiten und Todesfälle treten auf. (RI II,3 n. 1003d) (eb)

989

Herbst - Schwere Wetterschäden treten im Rheingebiet und in Nordfrankreich auf. Nach großer Trockenheit im Frühjahr und außerordentlicher Hitze im Sommer ist ein schlechter Herbst gefolgt, der Menschen und Tieren gefährliche Krankheiten und Hungersnot bringt. (RI, II, 3 Nr. 1016c) (eb)

993

  • Es treten schwere Witterungsschäden auf. Zuerst hemmt eisige Kälte den Anbau, dann folgen außerordentliche Hitze und Trockenheit; diese dauert in den mitteldeutschen Gebieten vom 24. Juni bis zum 9. November, daran schlie sich ein früher, kalter und schneereicher Winter an. (RI II,3 n. 1110d) (eb)

994

  • Nach einem frühen Einbruch winterlicher Kälte, die von Anfang November 993 bis in den Mai 994 dauert, folgt große Trockenheit, so dass viele Flüsse versiegen und eine Hungersnot entsteht. (RI II,3 n. 1132b) (eb)

995

  • Nach einem besonders harten Winter hat die Bevölkerung im Sommer unter anhaltender Dürre zu leiden, die sogar größere Flüsse zum Versiegen bringt (RI II,3 n. 1162e) (eb)

1000

24-29. März - Schwere Erdbeben erschüttern Mitteldeutschland. (RI II,3 n. 1351b) (eb)
  • Der Kölner Erzbischof Heribert versorgt die wegen einer Hungersnot nach Köln geflüchteten Menschen mit Nahrung, Wohnung und Kleidung. (Fuchs 1990, S.101)(eb)





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